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Ungarischer Ministerpräsident Viktor Orbán in Dresden

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Am Dienstagmittag sind Staatskarossen unter Polizeibegleitung durch die Innenstadt gerollt. Ungarns Premierminister Viktor Orbán war zu einem als Privatbesuch deklarierten Treffen bei Ministerpräsident Tillich. Beide trafen sich zum Mittagessen für etwa eineinhalb Stunden, teilte die Staatskanzlei im Vorfeld auf Anfrage mit. Nach unseren Informationen trafen sich beide auf Schloss Eckberg. Das Treffen wurde von der Staatskanzlei als privater Termin eingestuft, zu Gesprächsinhalten wurde deswegen zunächst nichts bekannt. Tillich und Orbán kennen sich bereits.Auch Landtagspräsident Matthias Rößler und der Dresdner CDU-Bundestagsabgeordnete Arnold Vaatz nahm nach unseren Information an dem Treffen teil. Der Landtagspräsident habe auf Einladung von Ministerpräsident Tillich an dem Treffen teilgenommen, sagte uns Landtagssprecher Ivo Klatte. Auch CDU-Fraktionschef Kupfer nahm an dem Treffen teil, sagte Ralph Schreiber von der Staatskanzlei. Neben den Wirtschaftsbeziehungen sollte es um die Themen Kultur und Europa gehen, hieß es. Details wurden nicht bekannt. Vor einem Jahr hatte Sachsens Regierungschef in seiner damaligen Eigenschaft als Bundesratspräsident in Budapest an die Opfer der blutigen Niederschlagung des Volksaufstandes in Ungarn 1956 erinnert. Orbán ist unter anderem wegen seines harten Kurses in der Flüchtlingskrise umstritten. Kürzlich erklärte er das östliche Mitteleuropa zur "migrantenfreien Zone". Die sächsische SPD-Generalsekretärin Daniela Kolbe bezeichnete das Verhalten der CDU bei Twitter als "peinlich": "Erst verschämt von Privattreffen reden und dann großer Bahnhof für den Autokraten Orbán. Hallo Sachsen CDU, das ist nur noch peinlich!"Die sächsische AfD und die Linke äußerten sich zu dem Besuch in Dresden. Linke-Fraktionschef Rico Gebhart: "Ich empfinde es als eine Geschmacklosigkeit erster Güte, dass sich Herr Tillich mit einem herausragenden Repräsentanten flüchtlings- und europafeindlicher Positionen zu einer Art Staats-Mittagessen trifft. Dass Herr Orbán, der auch für zunehmende Beschneidung der Presse- und Forschungsfreiheit verantwortlich zeichnet, durch den Regierungschef Sachsens noch mit Freundlichkeiten aufgewertet würde, wäre einfach nur peinlich."AfD-Fraktionschef Jörg Urban teilte mit: "Ich kann Herrn Tillich und seiner CDU (daher) wirklich nur empfehlen, dem ungarischen Staatschef nicht nur genau zuzuhören, sondern daraus auch Konsequenzen für die eigene Arbeit zu ziehen. Ungarn hat bereits 1989 durch die Grenzöffnung nach Österreich bewiesen, dass das tapfere Volk der Magyaren anderen Ländern im politischen Denken und Handeln weit voraus war und heute erneut ist!" Orbán war zuvor in WittenbergOrbán hatte bereits am Montag in Witternberg Station gemacht. Er hat sich Schauplätze des Reformationsjubiläums angesehen. Begleitet wurde er von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), was im Vorfeld viel Kritik ausgelöst hatte. Politiker von SPD und Linkspartei forderten Haseloff auf, bei dem Treffen auch kritische Themen anzusprechen.Rückflug von Klotzsche nach BudapestNach dem Treffen ging es für Orbán vom Dresdner Airport mit dem Privatjet zurück nach Budapest. Nach unseren Informationen begleitete die Polizei Orbán zum Airport in Klotzsche. Dort stand ein Falcon 900-Privatjet bereit.