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Umfrage zeigt: Dresdner sind unzufrieden mit dem Radnetz

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Die Bedingungen für das Radfahren in der Stadt werden den Dresdnern immer wichtiger. Das zeigte eine Kommunale Bürgerumfrage, deren Ergebnisse die Stadt vor kurzem veröffentlichte. In einem Zeitraum von März bis Mai wurden über 6000 Dresdner befragt. Rund 21 Prozent gaben an, dass ein „verbesserungswürdiges Fahrradwegesystem“ zurzeit das zweitgrößte Problem in der Stadt sei. Nur knapp davor lagen die zu hohen Mieten mit 24 Prozent. In der letzten kommunalen Umfrage vor zwei Jahren lag der „Problem-Wert“ Radnetz noch bei 10 Prozent und damit an fünfter Stelle, 2016 sogar an 15. Stelle.

Lediglich 17 Prozent der Befragten gaben an, sie seien mit dem Radnetz zufrieden bzw. sehr zufrieden. Am zufriedensten sind die Dresdner mit der Entwicklung des Öffentlichen Nahverkehrs mit 79 Prozent.

„Die Umfrageergebnisse sprechen eine klare Sprache: Die Dresdner wünschen sich ein besseres und dichteres Radwegenetz, eine Erkenntnis, die für Stadtrat, die Stadtverwaltung, Baubürgermeister und OB nicht neu ist“, erklärt Edwin Seifert, Geschäftsführer des ADFC Dresden. Dazu ergänzt er: „Entscheidend ist jetzt, dass das zusätzlich in den Haushalt eingestellte Geld auch wirklich auf die Straße gebracht wird und die bisher geschaffenen und über die Stadt verstreuten Radverkehrsanlagen zu einem echten Netz verknüpft werden.“

Am unzufriedensten sind die Menschen, laut Umfrage, mit den Radwegen vor allem in der Äußeren und Inneren Neustadt (62 Prozent), der westlichen Neustadt und Pieschen (60 Prozent), dem Stadtbezirk Klotzsche einschließlich der nördlichen Ortschaften (49 Prozent) sowie dem Stadtbezirk Loschwitz mit Schönfeld-Weißig (45 Prozent).

Allerdings sei die Stadt in den letzten Jahren nicht untätig geblieben, erklärt der ADFC Dresden. Von 2007 bis 2019 wuchs das Radnetz aus Radwegen, gemeinsamen Fuß- und Radwegen sowie Radfahr- und Radschutzstreifen von 269,1 Kilometern auf insgesamt 328,9 Kilometer. Zufrieden seien die Dresdner damit allerdings nicht, sagt Edwin Seifert. Durch die Ergebnisse der Umfrage hofft der Fahrradclub nun, „dass die zuständigen Ämter gemeinsam mit dem Baubürgermeister an einem Strang ziehen und in einer Kraftanstrengung dem Ausbau der Radinfrastruktur in den nächsten beiden Jahren einen deutlichen Schub geben.“

Weitere Informationen zu der Umfrage finden Sie hier.