Ulbig startet OB-Wahlkampf - Kritik an Hilbert
Innenminister Markus Ulbig (CDU) will ab Anfang März in die erste Phase des Oberbürgermeister-Wahlkampfes in Dresden starten. Ulbig kündigte am Montagabend im Dresdner Presseclub an, acht Wochen lang mit einem mobilen Container in verschiedenen Stadtteilen Station zu machen. Dort wolle er für alle Bürger ansprechbar sein und erfahren, was sie bewegt. Die zentralen Themen wolle er dann in seinem Programm für die Wahl aufgreifen. Keine Gespräche mit BachmannUlbig sagte zum Thema Pegida, der Ruf Dresdens als weltoffene Stadt sei eine herausragende Aufgabe als Oberbürgermeister. Es sei derzeit schwierig internationale Forscher in Dresden zu halten. Man müsse die aktuellen Gesprächsangebote fortsetzen. Herausragende Themen aus den Dialogforen und Gesprächsangeboten sollen dann auch am Kabinetts-Tisch diskutiert werden, so Ulbig. Er stellte dabei aber auch klar: "Mit Lutz Bachmann oder Menschen, die klar rechtsextreme Tendenzen einnehmen, werde ich nicht sprechen. Wo Ausländer-, Menschen- und Glaubensfeindlichkeit im Mittelpunkt stehen, ist eine Grenze überschritten." Er wolle sich nicht mit einem möglichen OB-Kandidaten von Pegida an Diskussions- oder Wahlkampf-Runden beteiligen.Angriff auf Mitbewerber HilbertUlbig kritisierte zugleich seinen Mitbewerber Dirk Hilbert. Die Wirtschaft in Dresden stagniere derzeit, so Ulbig. Wissenschaft und Wirtschaft müssten enger zusammenarbeiten. Ulbig will dazu einen Zukunfts-Campus an der TU auf den Weg bringen, wo insbesondere für Start-Up-Unternehmen Platz sein müsse. Wirtschaftliche Entwicklung brauche Raum, die Basis dazu muss stehen. Und dies sei in den vergangenen 14 Jahren natürlich Aufgabe des bisherigen Wirtschaftsbürgermeisters gewesen. "Das gehört in seinen Aufgabenbereich", sagte Ulbig. Zugleich kritisierte er die Schwebe-Situation im Amt für Wirtschaftsförderung, wo seit Jahren kein Nachfolger für die letzte Amtsleiterin eingesetzt wurde.Hilbert reagiert gelassen auf AngriffeDirk Hilbert reagierte auf die Angriffe im Interview mit unserem Sender gelassen. Zum Thema Stagnation der Wirtschaft sagte Hilbert, in den vergangenen Jahren seien 30.000 neue sozialversicherungspflichtige Jobs in Dresden entstanden. Auch das Thema Zukunfts-Campus werde seit Jahren vorangetrieben. Zur Neubesetzung der Leitungsstelle für das Amt für Wirtschaftsförderung sei bislang kein geeigneter Bewerber gefunden worden, deshalb setze man dort nun auf Headhunter.OB-Wahl am 7. JuniIns Rennen um die OB-Wahl gehen neben Ulbig auch Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange von der SPD und Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert. Zudem will nun auch Pegida in Kürze einen Kandidaten aufstellen. Am 7. Juni wird in Dresden ein neuer Oberbürgermeister gewählt. Bekommt kein Kandidat die absolute Mehrheit steht am 5. Juli der zweite Wahlgang an - dann reicht die einfache Mehrheit. Amtsinhaberin Helma Orosz zieht sich Ende Februar aus gesundheitlichen Gründen zurück.