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Tumulte vor Bürgerver­sammlung in Freital

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Vor der Bürger­ver­samm­lung zum Thema Asyl ist es am Montag­abend zu tumult­ar­tigen Szenen gekommen. Etwa 300 Einwohner wollten im Kultur­haus mit Vertre­tern von Politik und Polizei Probleme disku­tieren und Fragen stellen. Bereits vor Beginn der Veran­stal­tung machten etliche Freitaler ihrem Unmut Luft, weil sie nicht mehr in den überfüllten Saal gelassen wurden. Drinnen wurde dann zwei Stunden lang zum Teil sehr hitzig disku­tiert, auch Beschimp­fungen blieben nicht aus. Innen­mi­nister Markus Ulbig wurde bei seiner Erklä­rung ausge­buht. Zum Schluss zogen die Organi­sa­toren aus dem Stadtrat dennoch ein positives Fazit: es sei ein erster Schritt in Richtung Dialog gelungen.Seit Monaten kommt es in Freital zu Protesten gegen die vom Landkreis genutzte Asylun­ter­kunft in dem früheren Hotel. Als dort vor zwei Wochen eine Erstauf­nah­me­ein­rich­tung mit weiteren 280 Plätzen einge­richtet wurde, eskalierte die Lage. Die Anwohner sprachen von einer „Nacht- und Nebel­ak­tion“ der Landes­re­gie­rung. Den Asylgeg­nern stellten sich teils mehr als hundert Gegen­de­mons­tranten entgegen. Mehrfach wurden sie von mutma­ß­lich Rechten angegriffen.Innen­mi­nister Markus Ulbig betonte, die Unter­kunft in Freital müsse zumin­dest bis Ende des Jahres als Ausweich­quar­tier für die Erstauf­nahme von Flücht­lingen bestehen, es gebe entspre­chende Verträge bis Ende Januar 2016. „Es kann durchaus sein, dass wir diesen Vertrag 2016 noch einmal verlän­gern“, sagte er. Solange die geplanten neuen Erstauf­nah­me­ein­rich­tungen in Leipzig und Dresden zur Entlas­tung der zentralen Einrich­tung in Chemnitz nicht fertig­ge­stellt seien, brauche man die Interims­lö­sungen.