TU-Turnhallen werden Asyl-Notunterkünfte
Auf dem Campus der TU Dresden laufen die Vorbereitungen für die Unterbringung von 600 Flüchtlingen in zwei Turnhallen. Am Freitagmorgen haben Helfer die beiden Turnhallen an der Nöthnitzer Straße ausgeräumt, Sportler wurden nach Hause geschickt. Bereits ab Sonntag sollen die ersten Flüchtlinge eintreffen. Die Kapazität der Zeltstadt an der Bremer Straße ist inzwischen ausgereizt. Es kommen täglich weitere 200-300 neue Flüchtlinge nach Sachsen, teilte die Landesdirektion mit.Ein Sprecher sagte auf unsere Anfrage, auch an der TU soll das DRK die Flüchtlinge betreuen. Neben den Sanitäranlagen in den Hallen, sollen weitere Dusch-Container angeliefert werden. Wie lange die Hallen genutzt werden, ist noch unklar. Prinzipiell seien Turnhallen aber auch im Winter die erste Wahl, da diese beheizt werden können.Insgesamt sollen bis zu 600 Asylbewerber in der Notunterkunft im Dresdner Süden ein Quartier erhalten. Die Landesdirektion teilte dazu am Donnerstagabend mit: "Gegenwärtig werden am Unterbringungsort die erforderliche soziale und medizinische Betreuung, der Wachdienst sowie die Verpflegung für neu ankommende Asylbewerber vorbereitet. Hintergrund der erweiterten Notunterbringung in Dresden ist der unverändert hohe Zustrom von Asylbewerbern nach Sachsen. Die augenblicklich verfügbaren Kapazitäten der Erstaufnahmeeinrichtung sind bereits im Grenzbereich strapaziert und für das bevorstehende Wochenende ist erneut mit dem Eintreffen von mehreren hundert neuen Asylbewerbern zu rechnen. Zur Vermeidung von Obdachlosigkeit nimmt die Landesdirektion Sachsen daher die kurzfristig verfügbaren Unterbringungsmöglichkeiten im Sportkomplex der Technischen Universität Dresden in Anspruch."Die Kapazität der Zeltstadt an der Bremer Straße ist mit rund 1000 Flüchtlingen nahezu ausgeschöpft. Dort ist in der vergangenen Woche eilig ein Lager für 1100 Flüchtlinge errichtet worden. Die humanitären Verhältnisse vor Ort stehen in der Kritik.Im ersten Halbjahr 2015 hat Sachsen 10.500 Asylbewerber neu aufgenommen, im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 3800.