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TU-Kommunika­ti­ons­wis­sen­schaftler Wolfgang Donsbach ist tot

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Der Dresdner Kommu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaftler Wolfgang Donsbach ist überra­schend gestorben. Wie ein Sprecher der TU Dresden mitteilte, sei Donsbach am Sonntag im Alter von 65 Jahren verstorben. Völlig unerwartet sei der Gründungs­di­rektor aus dem Leben gerissen worden, teilte das Institut für Kommu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaften (IfK) mit. Der 65-Jährige habe am Sonntag einen Herzin­farkt beim Rollho­ckey-Spielen erlitten und sei auf dem Spiel­feld zusam­men­ge­bro­chen, sagte der geschäfts­füh­rende Direktor des Insti­tuts, Lutz Hagen. Donsbach war im März 2015 wenige Monate nach seinem 65. Geburtstag emeri­tiert worden. Er hatte 1993 das Institut für Kommu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaft an der TU Dresden gegründet und galt als Experte für Medien und öffent­liche Meinung.Die TU Dresden veröf­fent­lichte diese Mittei­lung:Die TU Dresden trauert um einen ihrer profi­lier­testen Profes­soren und einen weit über die Univer­si­täts­grenzen hinaus gesell­schaft­lich engagierten Wissen­schaftler. Die Nachricht traf die Univer­sität wie ein Schock. Der inter­na­tional renom­mierte Kommu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaftler Professor Wolfgang Donsbach von der TU Dresden ist am Sonntag (26. Juli 2015) völlig unerwartet und viel zu früh aus dem Leben gerissen worden.Prof. Dr. Wolfgang Donsbach hatte als Gründungs­di­rektor im Jahr 1993 das Institut für Kommu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaft der TU Dresden ins Leben gerufen, beharr­lich erwei­tert und fast zwei Jahrzehnte lang geleitet. Der hervor­ra­gende Ruf des Insti­tuts und dessen Sicht­bar­keit weit über Dresden hinaus sind  in erster Linie sein Verdienst. Damit hat er zum exzel­lenten Ruf der TU Dresden wirksam beige­tragen und Genera­tionen von Studenten geprägt; nicht grundlos machte der Begriff „Donsbach-Schüler“ in der Landschaft der deutschen Kommu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaft die Runde.
Als Persön­lich­keit in der Wissen­schaft wie in der Öffent­lich­keit ragte Wolfgang Donsbach heraus wie nur wenige. Er war Präsi­dent der World Associa­tion for Public Opinion Research (WAPOR) und der Inter­na­tional Commu­ni­ca­tion Associa­tion (ICA). Er hat den Helen Dinerman Award der WAPOR für heraus­ra­gende Leistungen auf dem Gebiet der Meinungs­for­schung und den David Swanson Award der Political Commu­ni­ca­tion Division der ICA für seine Arbeiten in der politi­schen Kommu­ni­ka­ti­ons­for­schung erhalten. Seit 2010 hatte er den Status eines „Fellow“ der Inter­na­tional Commu­ni­ca­tion Associa­tion.Neben zahlrei­chen anderen Publi­ka­tionen war er Heraus­geber der 12-bändigen Inter­na­tional Encyclo­pedia of Commu­ni­ca­tion (Black­well-Wiley 2008), der Concise Encyclo­pedia of Commu­ni­ca­tion (Wiley 2015) und des Handbook of Public Opinion Research (Sage 2008).