Trinkwasser in Dresden schmeckt anders
Das Wasser in Dresden schmeckt zur Zeit leicht süßlich, es schmeckt metallisch oder nach Chlor - diese Rückmeldungen erhalten wir derzeit verstärkt per Telefon, Twitter und Facebook. Auch im Trinkwasserlabor der Drewag seien seit Wochenbeginn zahlreiche entsprechende Meldungen eingegangen, sagte Leiter Jürgen Storm bei uns im Interview.
Ursache wird bei Chlorung in Hosterwitz vermutet
Er betonte zunächst, dass die Qualität des Wassers in Ordnung sei. Alle Messungen haben keine Auffälligkeiten ergeben. Er vermutet die Ursache im Wasserwerk Hosterwitz. Dort wird Elbwasser in einem mehrstufigen Filterungsprozess aufbereitet und abschließend mit Chlorgas behandelt."Dort im Wasserwerksabgang sind Geschmacksnuancen durch das freie Chlor überlagert. Offensichtlich passiert etwas im Trinkwassernetz, das zu diesen Geschmacks- und Geruchsbeeinträchtigungen führt, was bei sensorisch sensiblen Menschen zu beeinträchtigungen führt", sagte Storm.
Verbraucher müssten sich keine Sorgen machen
Er sagte, es müsse sich keiner Sorgen machen. Wir sind aber daran interessiert, ein Geruchsneutrales Wasser abzugeben und suchen die Ursache und führen entsprechende Maßnahmen im Wasserwerk durch.
Wasserwerk Coschütz wieder schneller ans Netz?
Wann das Problem behoben ist, konnte Storm noch nicht sagen. Dresden wird derzeit nur von den Wasserwerken Hosterwitz und Tolkewitz versorgt, da in Coschütz gebaut wird. Es gibt Überlegungen, das Wasserwerk Coschütz wieder schneller als ursprünglich geplant ans Netz zu nehmen. Aktuell laufen Sanierungsarbeiten an den Leitungen von der Talsperre zum Wasserwerk, bis zum 16. Dezember sollte gebaut werden.
Hintergrund: dieses Wasser wird genutzt
Wie die Drewag auf ihrer Website eläutert, erfolgt im Regelfall die Versorgung der Stadt Dresden mit Trinkwasser aus den Wasserwerken Coschütz, Tolkewitz und Hosterwitz. Bei Coschützer Trinkwasser handelt es sich um aufbereitetes Oberflächenwasser aus dem Talsperrensystem Klingenberg/Lehnmühle im Osterzgebirge, In Hosterwitz und Tolkewitz wird ein Gemisch aus der Elbe landseitig zufließendem Grundwasser und Uferfiltrat der Elbe aufbereitet. Im Dresdner Norden werden die Ortsteile Marsdorf, Schönborn sowie der Bereich "Zur alten Ziegelei" in Weixdorf mit Trinkwasser aus dem Trinkwasserzweckverband Röderaue versorgt.