Trinken bis zur Besinnungslosigkeit - Kinder und Jugendliche unterschätzen die Gefahr

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Sachsen ist trauriger Spitzenreiter bei sogenannten "Komasäufern" unter Jugendlichen zwischen zehn und 20 Jahren. Das zeigen die aktuellsten Zahlen des Statistischen Landesamtes. Während sich deutschlandweit immer weniger Jugendliche besinnungslos trinken, stieg die Zahl im Freistaat im Jahr 2017 um rund 20 Prozent. Demnach mussten 1.130 Kinder und Jugendliche nach übermäßigem Alkoholkonsum ins Krankenhaus gebracht und dort stationär betreut werden.

"Wenn über 1.100 Kinder- und Jugendliche in Kliniken behandelt werden mussten, weil sie zu viel Alkohol getrunken haben, dann darf uns das nicht kalt lassen", sagte Barbara Klepsch, Sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz.

Dabei sind immer mehr Rauschtrinker unter 14 Jahre alt. In der Gruppe der zehn- bis 14-Jährigen stieg die Zahl der Patienten mit einer Alkoholvergiftung um fast 40 Prozent, von 143 auf 194. Ein jugendlicher Körper kann Alkohol nicht so gut abbauen. Experten raten daher, Kinder frühzeitig aufzuklären.

Im Städtischen Klinikum Dresden blieb die Zahl der eingelieferten alkoholisierten Patienten in den vergangenen Jahren zwar stabil, laut Kinderarzt Dr. Andreas Lachnet sind die Kinder und Jugendlichen aber wesentlich jünger geworden. Der jüngste Patient war zehn Jahre alt. Er betont, dass Eltern ihren Kindern früh erklären sollten, wie viel Alkohol in welchen Produkten steckt und dass sie offen das Gespräch miteinander suchen sollten.

"Es gehört dazu auch ein gutes Beispiel als Erwachsener zu sein.", so Barbara Klepsch weiter. 

Hilfe und Informationen bieten verschiedene Krankenkassen und Beratungsstellen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet ebenfalls Informationen zum Umgang mit Alkohol.

Unter www.kenn-dein-limit.de können sich Interessierte informieren und testen.