Traurige Nachricht aus dem Zoo Dresden
Der Zoo Dresden musste sich am Mittwoch von seinem Koala-Männchen Iraga nach kurzer, aber intensiver Krankheit verabschieden.
Iraga ist im Juni 2011 im Zoo Duisburg geboren und kam 2013 nach Dresden. Er entpuppte sich schnell als umgängliches und ruhiges Tier. Im Gegensatz zum zweiten Männchen Mullaya, war Iraga stets etwas vorsichtiger und zurückhaltender.
Während der letzten sieben Jahre erfreuten sich die Koalas guter Gesundheit und Grund zur Besorgnis gab es glücklicherweise nicht. Leider erkrankte Iraga in diesem Jahr an einer Pilzinfektion, die sowohl bei im Freiland lebenden als auch in Menschenhand gehaltenen Koalas auftritt. Der Erreger scheint mit verschiedenen Baumarten, so auch Eukalyptusarten, in Verbindung zu stehen. So findet man ihn oftmals auch bei gesunden Koalas im Nasenraum, wo er jedoch nicht immer auch zur Krankheit führt. In selteneren Fällen kann er jedoch schwere Erkrankungen auslösen, die beispielsweise durch Infektion des Nasenraums oder auch der Hirnhäute zustandekommen. Die Behandlung kann bis zu über einem Jahr dauern und beinhaltet medikamentelle und chirurgische Maßnahmen. In vielen Fällen wird jedoch keine Heilung erreicht.
Iraga zeigte, wie häufig bei Wildtieren, erst im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung überhaupt erste, unspezifische Symptome wie Gewichtsverlust und verringerten Appetit. Die Diagnose konnte anschließend durch aufwändige Diagnostik inklusive Computertomografie sowie weitere Untersuchungen eindeutig gesichert werden. Hier zeigten sich umfangreiche Zubildungen und Knochenauflösungen im Nasenraum, in denen der Pilz nachgewiesen wurde. Auch im Blut ließ sich der Erreger bereits finden.
Trotz intensiver Behandlungen durch TierärzteInnen und PflegerInnen verschlechterte sich sein Allgemeinbefinden innerhalb der letzten Woche drastisch, so dass der Zoo Dresden sich dazu entschloss, ihn einzuschläfern. Iraga wird nun am Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin pathologisch untersucht, um trotz des traurigen Ausgangs möglichst viel über die Erkrankung zu lernen und dazu beizutragen, sie besser zu bekämpfen.