Trauer um Elaskon-Erfinder Gedecke
Die Belegschaft des Dresdner Schmierstoffherstellers Elaskon trauert um Günther Gedecke. Der frühere Leiter und Inhaber des Unternehmens ist im Alter von 95 Jahren verstorben.
Gedecke war auch der Erfinder des Begriffes „Elaskon“, der sich aus „elastisch“ und „konservierend“ zusammensetzt. Für Autofahrer, die zu DDR-Zeiten z.B. einen Trabant oder Wartburg fuhren, waren die Dresdner Schmierstoffe nahezu unverzichtbar. Heute exportiert Elaskon seine Produkte in 61 Länder.
Wechselvolle Firmengeschichte
Gedecke leitete die Firma bis 1990 und manövrierte sie auch durch turbulente und unsichere Zeiten. In der DDR war er Direktor des VEB Kombinat Elaskon mit 12 chemisch-technische Betriebe mit rund 1.500 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Nach der Wende erreichte Günther Gedecke 1992 die Rückübertragung des Elaskonwerks durch die Treuhand und suchte parallel nach Partnern und einem Nachfolger, um dem Unternehmen in der Marktwirtschaft eine stabile Perspektive zu sichern.
„Wir nehmen Abschied von einem engagierten und visionären Menschen, der Elaskon über 34 Jahre bis nach der Wende mit großem Einsatz geführt hat“, erklärt Geschäftsführer Tobias Schwald. „Auch nach der Übernahme des Unternehmens durch meinen Vater Karl Schwald blieb er uns eng verbunden und brachte in der Übergangszeit wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung unserer Produkte ein. Noch im hohen Alter zeigte er großes Interesse, und wir haben zuletzt wenige Tage vor seinem Tod miteinander gesprochen. Alle im Team nannte er liebevoll “Elaskoner„.“
Vom Mineralölwerk zu Elaskon
Günther Gedecke wurde am 16.08.1929 in Dresden geboren. Nach seiner kaufmännischen Ausbildung arbeitete er in einem Mineralölwerk in Pirna. Im Jahr 1957 wechselte er als Technischer Leiter zur damaligen Firma Richter & Co, die seit ihrer Gründung 1928 technische Öle und Fette vertrieben hat und sie später auch herstellte. Damals wirkte er an der Entwicklung des ersten Schmiermittels für Drahtseile mit, das 1957 Schutzrecht erhielt.
Im Jahr 1958 übernahm Gedecke als Komplementär die Geschäftsführung des Unternehmens, das seit der Verstaatlichung 1972 den Begriff „Elaskon“ in der Firmierung trägt. Er leitete es bis 1990 und manövrierte es auch durch turbulente und unsichere Zeiten.
Anfang der 80er Jahre wurde Günther Gedecke zum Direktor des VEB Kombinat Elaskon ernannt. Dazu zählten 12 chemisch-technische Betriebe mit rund 1.500 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Nach der Wende erreichte Günther Gedecke 1992 die Rückübertragung des Elaskonwerks durch die Treuhand und suchte parallel nach Partnern und einem Nachfolger, um dem Unternehmen in der Marktwirtschaft eine stabile Perspektive zu sichern.
Unternehmen etabliert sich in der Marktwirtschaft
Im Jahr 1993 entschied er sich zum Verkauf des Unternehmens an die Präg-Gruppe aus Kempten. Geschäftsführer wurde Karl Schwald, der das Unternehmen später schrittweise übernahm und es heute zusammen mit seinem Sohn Tobias und seinem Bruder Richard als Familienbetrieb leitet. „Der Name Günther Gedecke bleibt untrennbar mit unserem Unternehmen verbunden“ erklärt Tobias Schwald. „Er hat Elaskon unter schwierigen Bedingungen zu einer international angesehenen Marke entwickelt und den Grundstein für den Start in die Marktwirtschaft gelegt. Wir haben große Hochachtung vor seiner Lebensleistung.“