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Todesopfer bei Feuer im Obdachlosenheim

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In einer Obdachlosenunterkunft auf der Bauhofstraße in Dresden hat es in der Nacht zu Donnerstag gebrannt. Dabei ist ein Mensch ums Leben kommen. Das Feuer war gegen 02:45 Uhr in einer Wohnung in der 1. Etage ausgebrochen. Als die Kameraden der Feuerwachen Löbtau und Übigau eintrafen, hatten zwei Ersthelfer eine bewusstlose Person aus der Wohnung gezogen.

Trotz Wiederbelebungsmaßnahmen konnte der Notarzt nur noch den Tod feststellen. Insgesamt 15 Menschen wurden ins Freie gebracht und durch die Einsatzkräfte betreut. Sie kamen in einem Bus der DVB unter. Ob sie zurück in ihre Wohnungen dürfen, wird derzeit noch geprüft. Insgesamt 65 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Die Polizei ermittelt zur Brandursache. 

Bei dem Gebäude handelt es sich um ein städtisches Übergangswohnheim für Wohnungslose in Dresden. Ein Stadtsprecher teilte auf unsere Anfrage mit: „Es wird geprüft, welche Bewohner auf andere Einrichtungen verteilt werden können.“ Nähere Informationen soll es später in einer Pressemitteilung geben.

Das Haus ist 2001 als Obdachlosenheim in Betrieb gegangen. Dresden bietet über 300 Wohnungslosen Übernachtungsmöglichkeiten in acht Einrichtungen. Außerdem gibt es mehrere dutzend Plätze in Gewährleistungswohnung. Die durchschnittliche Auslastung beträgt 90 Prozent.

Update: Zwei Etagen nicht mehr bewohnbar

Das Dresdner Sozialamt veröffentlichte am Donnerstagnachmittag folgende Presseinformation:

Der im Übergangswohnheim Bauhofstraße ausgebrochene Brand mit Todesfolge für einen 54- jährigen deutschen Wohnungslosen hat im Sozialamt große Bestürzung hervorgerufen. Bereits am frühen Vormittag waren Sozialarbeiter und Mitarbeiter des Sozialamtes vor Ort, um sich gemeinsam mit der Betreibergesellschaft der Einrichtung Human-Care einen ersten Eindruck von der Gesamtsituation zu verschaffen und mit den Bewohnerinnen und Bewohnern zu sprechen. „Wir bieten allen 37 in der Einrichtung wohnenden Personen Hilfe und Unterstützung bei der Verarbeitung des nächtlichen Ereignisses an“, sagt Dr. Susanne Cordts, Leiterin des Sozialamtes.

Nach vorliegenden Kenntnissen kann die Einrichtung weiter als Übergangswohnheim genutzt werden. Nur das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss sind betroffen. Damit reduziert sich allerdings bis auf Weiteres die Kapazität von 56 auf 40 Plätze. Allen Bewohnern konnten innerhalb des Übergangswohnheimes eine Unterbringung zugewiesen werden. Die Betreibergesellschaft der Einrichtung zeigte bereits an, die betroffenen Wohnungen schnellstens wiederherzurichten. Einzelne Wohnungen der beiden unteren Etagen können wieder genutzt werden, wenn die ausgefallene Stromversorgung repariert ist und die Brand- und Löschwasserschäden beseitigt sind.

Die Einrichtung ist mit einer intakten und aktiven Brandmelde- und Rauch-/Wärmeabzugsanlage ausgestattet. Generell ist in den Gemeinschaftsunterkünften das Rauchen nicht gestattet. Die Bewohner werden dazu stets belehrt. Wachschutz, Heimleiter und die Bewohner selbst handelten umsichtig und schnell. Dr. Susanne Cordts dankt allen Akteuren und der Dresdner Feuerwehr herzlich für ihre Unterstützung. Zur Brandursache ermitteln Polizei und Feuerwehr noch vor Ort. Über die Schadenshöhe liegen aktuell keine Kenntnisse vor. Aktuell betreut das Dresdner Sozialamt 290 wohnungslose Menschen. 260 von ihnen sind in Übergangswohnheimen untergebracht. 30 Menschen leben im vom Sozialamt angemieteten Wohnungen. Insgesamt sind 240 Männer und 50 Frauen betroffen.