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Thüringen und Sachsen wollen bei Terror alle Info-Kanäle nutzen

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Die Polizei in Sachsen und Thüringen will im Fall einer Terror­war­nung für die Bürger die ganze Bandbreite an Infor­ma­ti­ons­ka­nälen nutzen. Die Palette reiche dabei von den Presse­stellen der Behörden über Social Media bis hin zu Warn-Apps für Smart­phones, teilten die Innen­mi­nis­te­rien beider Freistaaten am Dienstag mit. Zuneh­mend würden dabei auch Facebook- und Twitter- Accounts in Betracht kommen.„Es geht darum, in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Menschen zu errei­chen. Deshalb setzen wir auf die gesamte Bandbreite“, erklärte Jan Meinel, Presse­spre­cher im sächsi­schen Innen­mi­nis­te­rium. Gerade für ältere Menschen seien klassi­sche Medien wie Rundfunk und Fernsehen erste Wahl. Sachsen könne im Fall einer Terror­at­tacke die Bürger auch über die kosten­lose Warn-App Nina infor­mieren. Bislang sei das System für diesen Zweck aber noch nicht zum Einsatz gekommen.Nina ist eine Notfall-Infor­ma­tions- und Nachrichten-App des Bundes­amtes für Bevöl­ke­rungs­schutz und Katastro­phen­hilfe. Mit der App können deutsch­land­weit Infor­ma­tionen zu Gefah­ren­si­tua­tionen wie Bränden, Chemie­un­fällen oder Hochwasser verbreitet werden. Die Innen­mi­nis­te­rien der Länder sind aber auch in der Lage, das System mit Daten zu einzelnen Regionen zu speisen. Um die App zu nutzen, muss sie auf Smart­phones oder Tablets herun­ter­ge­laden werden.„Thüringen arbeitet gemeinsam mit dem Bund und allen anderen Bundes­län­dern an einem zentralen Modularen Warnsystem (MoWaS), welches satel­li­ten­ge­stützt ist und somit auch bei Ausfall von Mobil­funk Warnmel­dungen absenden kann“, hieß es aus dem Erfurter Innen­mi­nis­te­rium. Dieses System werde zu einem flächen­de­ckenden, vor allem auch mit Weckef­fekt ausge­stat­teten Warn- und Alarmie­rungs­system für den Bevöl­ke­rungs­schutz ausge­baut.MoWaS basiere auf dem System SatWaS, mit dem bereits seit 2002 die Thüringer Bevöl­ke­rung auch über Rundfunk gewarnt werden könne, hieß es weiter. Alle für den Bevöl­ke­rungs­schutz verant­wort­liche Behörden könnten damit in ihrem Verant­wor­tungs­be­reich vorhan­denen Warnsys­teme über die Landes­ein­satz­zen­trale in der Erfurter Landes­po­li­zei­di­rek­tion auslösen. MoWaS kombi­niere dabei eine wachsende Zahl verschie­dener Warnmittel.Bei dem Anschlag in München hatte die Polizei viel Lob für ihre Kommu­ni­ka­tion mit der Bevöl­ke­rung erhalten. Die Polizei benutzte ein System namens Katwarn - ein vom Fraun­hofer-Institut für Software und System­technik entwi­ckeltes regio­nales Warnsystem. Es infor­miert die Bürger zusätz­lich zu den allge­meinen Radio-Infor­ma­tionen der Polizei und Feuer­wehr direkt per SMS oder E-Mail. In Thüringen wird es zum Beispiel im Landkreis Hildburg­hausen genutzt. (DPA)