Thabo-Umasai macht sich auf die Reise
Für Thabo-Umasai ist es nun soweit - der Elefantenbulle aus dem Dresdner Zoo machte sich heute Morgen um fünf Uhr auf die Reise. Mit einem Spezialtransport ist er auf dem Weg zum Flughafen Luxemburg. Bereits gestern wurde Thabo von seinen Pflegern in seine Transportbox geführt. Nach über 12 Stunden wird der Elefant in Luxemburg erwartet. Von dort geht es weiter mit einer Luftfrachtmaschine nach New York. Thabo soll künftig bei der Elefantenfamilie im Pittsburgher Zoo leben„Glücklicher Krieger“, wie er in der Sprache des südafrikanischen Tswana-Volkes heißt, war 2006 das erste durch künstliche Befruchtung gezeugte Elefantenjunge in Deutschland. Da die Dresdner keine Bullenhaltung haben, war der Abschied von dem Tier programmiert, erst recht, als es im März 2010 zwei Pfleger attackierte. Eine 43-jährige Frau wurde schwer verletzt, sie ist nach wie vor nicht wieder im Dienst. Es war der erste Unfall mit Elefanten in dem 1861 gegründeten Tierpark. Seitdem lebte Thabo getrennt von seinen weiblichen Artgenossen und ohne direkten Kontakt zu Menschen. Damit am Tag X alles gutgeht, wurde jegliche Störung von dem Jungtier und den anderen Elefanten ferngehalten. Publikumsliebling Thabo verließ Dresden still und leise. „Alles sollte sein, wie sonst auch“, erklärte Zoodirektor Ukena. Die Strategie sei aufgegangen, Thabo habe keine Probleme gemacht. „Er war ruhig und entspannt.“ In der Box habe er Heu, Bananen und Äpfel, während der langen Fahrt per Spezialtransport zum Flughafen Luxemburg gebe es Trinkpausen. Von dort geht es an diesem Mittwoch mit einer Transportmaschine über den Atlantik nach New York und dann auf dem Highway bis in den Südwesten von Pennsylvania in den Zoo von Pittsburgh. Die dortige Savanne wird Thabos neues Zuhause. „Wir haben zwei Tierpfleger mitgeschickt, die die engste Bindung zu ihm haben“, sagte Ukena. Auch eine Tierärztin und der Elefantenmanager des Pittsburgher Zoos begleiten den Transport. Die Dresdner Pfleger werden Thabo auch noch eingewöhnen in der weitläufigen afrikanischen Savanne mit Giraffen, Löwen, Gazellen, Nashörnern, Springböcken oder Hyänen. Viele Besucher des Zoos an der Elbe waren am Wochenende noch einmal gekommen, um den 1,9 Tonnen schweren und 2,20 Meter hohen Jungbullen zu sehen. „Er hatte hier ja keine Perspektive mehr“, erklärte Ukena. Laut Vereinbarung werden die Kollegen in den USA ein Mal jährlich über Thabos Entwicklung berichten. „In der Elefantengruppe leben auch zwei jungen Damen.“ Mit ihnen soll der „Glückliche Krieger“ für Nachwuchs sorgen, wenn er erwachsen ist.