Teilchenbeschleuniger zwischen Dresden und Freital
Im ehemaligen Eislager der Felsenkeller-Brauerei Dresden wird es künftig einzigartige Experimente geben. In den Stollen zwischen Dresden und Freital wurde am Donnerstagvormittag ein Teilchenbeschleuniger gebracht. Physiker der TU Dresden und des Helmholtz-Zentrums Rossendorf wollen hier spätestens ab Jahresende Vorgänge im Inneren von Sternen nachstellen. Bis dahin werden rund um den Tank noch Labore eingebaut. Der Stollen 45 Meter unter der Erdoberfläche schirmt den Teilchenbeschleuniger vor der kosmischen Strahlung ab.Nach Angaben des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) und der Technischen Universität Dresden entsteht hier eine deutschlandweit einzigartige Experimentierstätte. In den kommenden Wochen soll der Beschleuniger eingebaut werden. Das Richtfest ist für den 28. Juni geplant.Bislang stand der acht Meter lange und zehn Tonnen schwere Beschleunigertank im HZDR. 2012 hatte das Forschungszentrum ihn von einem britischen Unternehmen gekauft, das die Anlage zur Entwicklung von Arzneimitteln nutzte. Seitdem haben die Forscher aus Sachsen sie für neue Aufgaben umgerüstet. Fortan sollen mit der Anlage Teilchen wie Protonen oder Helium-Ionen auf ein Tempo beschleunigt werden, wie es im Inneren von Sternen vorherrscht."Das gibt uns die Grundlage, um die ersten fundamentalen Stadien, die in allen Sternen ablaufen, zu simulieren", erklärte HZDR-Forscher Daniel Bemmerer. Die tiefen Gänge des Felsenkellers bildeten eine perfekte Umgebung. Die fast 50 Meter Gestein über dem Stollen sind ein natürlicher Schild gegen kosmische Höhenstrahlung, die die Erde im Sekundentakt mit Teilchen bombardiert. "Da das unsere Messungen verzerrt, können wir die Experimente nicht an der Erdoberfläche durchführen", sagte TU-Professor Kai Zuber.