Tausende wieder bei Demos - Beleidigungen und Rangeleien
Mehrere Tausende Menschen haben am Montagabend in der Dresdner Innenstadt demonstriert. Nach Schätzungen des Studentenprojektes "Durchgezählt" beteiligten 7000 - 8500 Menschen an der Pegida-Demo, etwa 4000 - 6000 sind demnach dem Aufruf des Bündnisses "Herz statt Hetze" gefolgt. Auch Sachsens Vize-Ministerpräsident Martin Dulig (SPD) und Politiker von Linken und Grünen hatten sich bei "Herz statt Hetze" eingereiht. Der Protestzug führte unter anderem an der Frauenkirche und der Synagoge vorbei. Dort hielt die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Dresden, Nora Goldenbogen, eine eindrückliche Rede. Mit einer Schweigeminute wurde an die Opfer der Reichspogromnacht 1938 erinnert.Anfeindungen bei Stolpersteine-MahnwachenZudem wurden symbolisch in der Innenstadt Stolpersteine gereinigt. Dabei gab es beim Zustrom zum Theaterplatz Anfeindungen durch Pegida-Anhänger, die die Mahnwache und ein Kamerateam beleidigt haben. "Dreckschweine" wurde gerufen, sowie "Lügenpresse in die Fresse". Wie der Vorsitzende des Stolpersteine e.V. gegenüber der Bild-Zeitung schilderte, seien die Teilnehmer der Mahnwache zudem mit übelsten Kraftausdrücken bedacht worden, einige hätten behauptet, es habe den Holocaust nie gegeben. In Dresden erinnern über 170 Stolpersteine an die Ermordung von Juden in Dresden. Zwischen 18.00 und 18.30 Uhr wurden die Stolpersteine symbolisch gereinigt.Festerling erklärt bei Pegida Schuldkomplex für beendetPegida startete am Theaterplatz zu einem stillen Rundgang durch die Innenstadt. Auf dem Theaterplatz folgten Angriffe auf Medien und Politiker. Pegida-Chef Bachmann sprach wieder von "Invasoren". Tatjana Festerling erklärte den "deutschen Schuldkomplex offiziell für beendet." Rangelei vor der Synagoge"Herz statt Hetze" zog vom Hauptbahnhof, über den Neumarkt und die Synagoge weiter zum Bahnhof Neustadt. An der Synagoge musste die Polizei am späteren Abend beide Lager trennen. Nach verbalen Provokationen von beiden Seiten, gab es ein Gerangel, teilte die Polizei mit.Flagge sichergestellt Zudem wurde bei einem Pegida-Anhänger eine Flagge sichergestellt, die an die Reichskriegsflagge erinnert. Die Identität des Mannes wurde festgestellt. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts des Verwendens verfassungswidriger Organisationen. Die strafrechtliche Relevanz wird nun durch die Staatsanwaltschaft überprüft, hieß es von einem Polizeisprecher620 Polizisten aus Sachsen waren im Einsatz. In der Innenstadt kam es zu erheblichen Verkehrseinschränkungen für DVB-Kunden und Autofahrer.