Tausende Teilnehmer bei Corona-Protest auf Theaterplatz
Mehrere Tausend Menschen haben sich am Samstag auf dem Theterplatz an einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen beteiligt. Sie war von der Dresdner Gruppe der Initiative „Querdenken“ organisiert worden. Der Theaterplatz füllte sich am Nachmittag rasch, schon zu Beginn waren etwa 3000 Teilnehmer gekommen. Die Veranstalter hatten für die Versammlung 1000 Menschen angemeldet. Deshalb stand zeitweilig im Raum, dass die Demo wegen Überfüllung aufgelöst werden sollte. Ordner bemühten sich, die Menge zu entzerren und die Menschen auf angrenzende Flächen zu verteilen.
Viele Teilnehmer verzichteten auf eine Mund-Nasen-Bedeckung. Mehrere Hundert Menschen zeigten Atteste oder Bescheinigungen vor, die auf eine Befreiung der Maskenpflicht abstellten, wie die Polizei am Samstagabend mitteilte. „Inwieweit alle diese Bescheinigungen authentisch sind, konnte die Polizei vor Ort nicht abschließend klären“, hieß es weiter. Vereinzelt hätten die Beamten Strafanzeigen wegen des Verdachts der Urkundenfälschung eingeleitet.
Weiter seien gegen zwei Redner der Versammlung im Alter von 55 und 57 Jahren sowie gegen einen 31 Jahre alten Teilnehmer Verfahren wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet worden. Alle drei sollen nach Angaben der Polizei den Hitlergruß gezeigt haben, die beiden Redner auf der Bühne. Insgesamt sei die Situation aber „ruhig und friedlich“ gewesen. Die Polizei war mit 120 Beamten vor Ort.
Die Demonstration begann mit einem Gottesdienst in Regie einer Gruppe namens „Christen im Widerstand“, die vorwiegend religiöse Botschaften artikulierte und Lieder sang. Anschließend traten zum Teil bekannte Köpfe der „Querdenken“-Szene auf, darunter der Leipziger Rechtsanwalt Ralf Ludwig. „Wir werden uns das nicht gefallen lassen“, sagte er mit Blick auf die ab Montag geltenden weiteren Einschränkungen. Ludwig bezweifelte unter anderem die Zahl der Corona-Infizierten in Deutschland und die Wirksamkeit der Tests. Andere Redner warfen der Politik Angstmache und eine „fundamentale Verletzung von Bürgerrechten“ vor. Wiederholt wurde die Gefährlichkeit der Corona-Infektion in Frage gestellt.
Bei der Kundgebung wurde bereits für eine weitere Demonstration in Leipzig am 7. November geworben. Dann will „Querdenken“ bundesweit mobilisieren.