Tatverdächtiger nach Anschlag auf Moschee gefasst
Die Polizei hat einen Tatverdächtigen zu dem Anschlag auf die Fathi Camii Moschee in Dresden-Cotta und auf das Internationale Congress Center festgenommen. Eine Spezialeinheit hat den 30-jährigen Mann am Donnerstag gefasst, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Der Dresdner wurde nach unseren Informationen auf Montage in Hessen festgenommen. Kurz vor der Einheitsfeier in Dresden waren an der Moschee auf der Hühndorfer Straße, sowie am Congress Centrum Sprengsätze detoniert, die Generalstaatsanwaltschaft übernahm daraufhin die Ermittlungen. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden teilte mit, dass es sich bei dem Verdächtigen um einen 30-jährigen Mann aus Dresden handelt. Er sei der Polizei bisher noch nicht mit Straftaten aufgefallen. Der Mann wurde am Freitagvormittag dem Haftrichter vorgeführt. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen, er sitzt bereits in Untersuchungshaft. Zu den Vorwürfen hat er sich nach unseren Informationen nicht geäußert. Bei zwei Hausdurchsuchungen konnten Gegenstände zur Herstellung von Spreng- und Brandsätzen sichergestellt werden. Tatverdächtiger auf Montage in Hessen festgenommenSeine Wohnung und sein Arbeitsplatz wurden durchsucht, teilte eine Sprecherin des OAZ auf unsere Anfrage mit. Er war bereits seit einigen Tagen im Visier der Ermittler, die Festnahme erfolgte dann einen Tag später als geplant, da der Mann auf Montage auf einer Baustelle in Hessen war. Er wurde am Donnerstag dort festgenommen.Im Ergebnis der kriminaltechnischen Untersuchung stimmen die an verschiedenen Tatmitteln gesicherten DNA-Spuren mit der DNA des Beschuldigten überein, teilte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft mit. Der Beschuldigte muss sich nun neben dem Anschlag auf die Moschee auch wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion am 26.09.2016, 22.09 Uhr, auf der Freitreppe des Internationalen Congress Centrums (ICC) in Dresden und den platzierten Sprengattrappen im Bereich der Dresdner Marienbrücke verantworten. Vor der Wohnungstür des Imams der Moschee in Cotta und auf der Terrasse des Congresszentrums waren am 26. September kurz hintereinander Spreng- und Brandsätze explodiert. Es entstand Sachschaden. Der Imam und seine Familie, die sich zum Tatzeitpunkt in der Wohnung aufhielten, blieben unverletzt. Kurz vor den Feierlichkeiten zum Tag der Einheit wurde zudem eine Bombenattrappe an der Eisenbahnbrücke neben der Marienbrücke entdeckt.OAZ bestätigt: Tatverdächtiger stand auf Pegida-BühneDer Tatverdächtige Nino K. stand im Sommer 2015 auch als Redner auf der Pegida-Bühne, bestätigte eine Sprecherin des Operativen Abwehrzentrums. Auch in einem Youtube-Video ist der Mann als Redner bei einer Pegida-Versammlung am 13. Juli auf der Bühne am Altmarkt zu sehen. Zuerst hatte Bild.de darübert berichtet. Später im September 2016 soll er er nach querelen bei Pegida auch bei einer Demonstration von Tatjana Festerling und Ed Wagensveld vor dem Dresdner Hauptbahnhof aufgetaucht sein. Bachmann nahm dies nun zum Anlass zu spekulieren, dass Pegida mit den Anschlägen geschadet werden sollte.Reaktionen auf FestnahmeMinisterpräsident Stanislaw Tillich hat die Festnahme eines Tatverdächtigen zu den Sprengstoffanschlägen Ende September in Dresden als "weiteren Erfolg der sächsischen Sicherheitsbehörden gegen den Rechtsextremismus" gewertet. "Damit ist erneut deutlich geworden, dass solche Straftaten in Sachsen nicht unbestraft bleiben", sagte Tillich. Innenminister Markus Ulbig erklärte am Vormittag: "Dieser Erfolg ist Ergebnis eines konsequenten Vorgehens des Freistaates gegen fremdenfeindliche Bestrebungen und zeigt, dass das gemeinsame Sonderdezernat von Polizei und Justiz zur Bekämpfung politisch motivierter Kriminalität und das Operative Abwehrzentrum eine schlagkräftige Einheit bilden. Ich danke den Kollegen für ihre gute Arbeit. Mit dieser Konsequenz werden wir in Sachsen auch weiterhin gegen jegliche Form der politischen Kriminalität vorgehen."Grünen-Innenexperte Valentin Lippmann teilte mit: "Ich bin sehr froh, dass der mutmaßliche Täter endlich gefasst wurde. Den Opfern des Anschlags wird damit hoffentlich die Unsicherheit und Sorge vor einer Fortsetzung der Anschläge genommen werden können." Kerstin Köditz von der Linken teilte mit: "Nunmehr scheint sich der Verdacht eines fremdenfeindlichen Tathintergrunds zu bestätigen. Dafür spricht Nino K.s Auftritt als Redner bei Pegida im Juli 2015, in der er Ausländer und Flüchtlinge unter Jubel der Anwesenden als faul und kriminell darstellte. Zudem drohte er der Bundeskanzlerin an, sie vor Gericht zu stellen und ihr „keine Gnade" zu gewähren. Der Pegida-Anführer und verurteilte Volksverhetzer Lutz Bachmann persönlich hatte K. mit der Bitte um einen “Riesenapplaus für unseren Nino" auf die Bühne gebeten und sich hinterher für die „starken und deutlichen Worte" bedankt."Pegida-Chef Bachmann distanzierte sich bei Facebook von dem Tatverdächtigen, dem er im Sommer 2015 ein Podium geboten hatte, Bachmann schrieb wörtlich: "Wenn er es war, dann bitte einsperren und Schlüssel wegwerfen, egal ob da nur etwas Ruß an die Wand geschmiert wurde oder ein Böller gezündet! Wer Gewalt und Zerstörung als adäquates Mittel im politischen Diskurs sieht, der hat einfach nur einen an der Klatsche und der stellt sich auf eine Stufe mit den von SPD, Linken und Grünen geförderten, linksterroristischen Gruppierungen!"Familie des Imam erleichtert und in AngstDie Familie des Imam der Fathi-Moschee in Dresden Cotta zeigte sich erleichtert über die Festnahme. Dennoch lebe man weiter in Angst, in den Wochen nach dem Anschlag habe es weiter Drohbriefe und Schmierereien gegeben. Wie der Imam sagte, stand in den Briefen zum Beispiel: "Der beste Muslim ist ein toter Muslim" Noch drastischer war der Brief mit dem Wortlaut: "Wie 1933 Juden vergast wurden, werden wir euch auch vergasen."