Tatra-Bahn rollt wieder durch Dresden
Die Dresdner Verkehrsbetrieb holen ab Freitag die alten Tatra-Straßenbahnen wieder aus dem Depot. Der Grund: viele moderne Stadtbahnen stehen in der Werkstatt und dort mangelt es an Ersatzteilen, weil der Weltmarkt für elektronische Bauteile leer gefegt ist.
„Manche Komponenten wie beispielsweise die benötigten Stromrichter können die Hersteller nicht liefern, weil der Weltmarkt für elektronische Bauteile leer ist“, sagte uns DVB-Sprecher Falk Lösch.
„Der Vorrat, der als Ersatz vorsorglich im DVB-Lager angelegt wurde, ist nun aufgebraucht. Ähnlich sieht es mit so genannten Schlingerdämpfern aus. Diese Bauteile sorgen auf dem Wagendach der Stadtbahn für eine Reduzierung der Fahrzeugbewegung im Gleis und müssen regelmäßig in einer Spezialwerkstatt überholt werden. Auch hier gibt es Lieferrückstand“, so Lösch weiter.
Ein weiterer Grund ist der etwas höhere Fahrzeugbedarf für die DVB-Linien, weil es gerade viele Baustellen gibt. Deshalb kehren nun vorübergehend die tschechischen Tatra-Bahnen ins Stadtbild zurück: auf den Linien 3 und 9 fahren tagsüber insgesamt vier Züge.
Fans der alten Tatras werden sich über den Einsatz freuen. Für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste sind die Wagen dagegen wenig komfortabel, denn sie sind nicht barrierefrei. Aus diesem Grund werden die Tatrazüge nicht hintereinander eingesetzt, sondern im Wechsel mit niederflurigen Stadtbahnfahrzeugen.
