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Tarifver­handlungen in Textilbranche - Warnstreiks denkbar

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Zwickau (dpa/sn) - In der aktuellen Tarif­runde für die ostdeut­sche Textil­wirt­schaft zeichnet sich ein heißer Frühling ab. Die IG Metall fordert 4,5 Prozent mehr Lohn, eine Verkür­zung der Wochen­ar­beits­zeit sowie eine neue Alters­teil­zeit­re­ge­lung. Zum Start der Verhand­lungen am 6. April habe die Arbeit­ge­ber­seite diese Forde­rungen jedoch in Gänze abgelehnt, sagte Gewerk­schafts­se­kre­tärin Franziska Wolf am Mittwoch in Zwickau. Legten die Unter­nehmen bei der nächsten Verhand­lung am 25. April kein akzep­ta­bles Angebot auf den Tisch, seien Warnstreiks nicht ausge­schlossen.

„Für die eindeutig überzo­genen Tarif-Forde­rungen der IG Metall haben wir angesichts der realen Situa­tion in der ostdeut­schen Textil­branche kein Verständnis“, sagte Bertram Höfer, Haupt­ge­schäfts­führer des Verbandes der Nord-Ostdeut­schen Textil- und Beklei­dungs­in­dus­trie (vti) auf dpa-Anfrage.

Der aktuelle Tarif­ver­trag läuft Ende des Monats aus. Laut Gewerk­schaft verdient ein Textil­fach­ar­beiter im Osten durch­schnitt­lich rund 2200 Euro. Das seien etwa 20 Prozent weniger als in den alten Bundes­län­dern. Der vti hält dagegen, dass bei der Produk­ti­vität nach wie vor eine Lücke in gleichem Ausmaß klaffe. Hinzu kämen höhere Strom­kosten sowie Einbußen aus dem Russland­ge­schäft.

In der ostdeut­schen Textil- und Beklei­dungs­wirt­schaft sind 16 000 Menschen beschäf­tigt. Die große Mehrheit der Betriebe ist jedoch nicht tarif­ge­bunden.

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Franziska Wolf