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Tagespflegecremes im Test

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Gepflegt und geschützt zugleich – das klingt unkompliziert und steigert die Vorfreude auf den Frühling. Und weil der jetzt hoffentlich bald Einzug hält, hat die Stiftung Warentest schon mal Tagescremes genau unter die Lupe genommen: Sie sollen der Gesichtshaut Feuchtigkeit spenden, sie pflegen und vor UV-Strahlen schützen.

Fünf patzen beim UV-Schutz

Doch fünf der elf Cremes schneiden mangelhaft ab – darunter die teuersten im Test, von den Luxus-Marken Estée Lauder und Shiseido, die bis zu 100 Euro je 100 Milliliter kosten. Die Besten kosten nur einen Bruchteil dieses Preises: die Tagescremes von dm Balea für 3,90 Euro und Nivea für 8 Euro pro 100 Milliliter. Das Nivea-Produkt wird inzwischen allerdings laut Anbieter mit veränderter Rezeptur verkauft. Mit Sonnenschutzfaktoren (SPF) von 15 bis 30 können die Cremes auch Hellhäutigen im Alltag genug Schutz vor der Sonne bieten. Die ultraviolette Strahlung setzt der Haut zu – auf zweifache Weise: UVB-Strahlen können Sonnenbrand verursachen, UVA-Strahlung frühzeitige Hautalterung – und beide können langfristig Krebs auslösen.

Fünf Cremes halten nicht, was sie versprechen. Cerave, Estée Lauder und Vichy erreichen den Sonnenschutzfaktor nicht, der auf den Packungen steht. Rossmann und Shiseido bieten einen – im Verhältnis zum gekennzeichneten Schutzfaktor – zu niedrigen UVA-Schutz. Alle fünf bewerten wir deshalb mit der Note Mangelhaft. Bis auf die Creme von Rossmann versorgen sie die Haut zwar gut mit Feuchtigkeit, beim Hautgefühl heben sie sich aber nichtpositiv von der Konkurrenz ab.

Zwei verspielen gute Note

Die übrigen sind deutlich besser beim Sonnenschutz, zwei verspielen aber ein gutes Gesamtergebnis. Eucerin wegen einer Mogelpackung: In dem voluminösen Tiegel findet sich weniger Creme als von den Außenmaßen her möglich und auf den ersten Blick erwartbar wäre. Und die Louis-Widmer-Creme versorgt die Haut nur ausreichend mit Feuchtigkeit.

UV-Filter in der Kritik

Einige UV-Filter stehen in der Kritik, über ihre Sicherheit für Mensch und Umwelt wird diskutiert – so auch über Octocrylen und Homosalat. Acht der elf Cremes im Test enthalten mindestens einen der beiden Stoffe. Der Wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU (SCCS) untersucht derzeit, ob sie hormonartig wirken. In einer vorläufigen Stellungnahme zu Homosalat heißt es, dass die bislang gesammelten Daten eine hormonartige Wirkung nicht bestätigen. Eine Studie an Ratten veranlasst den Ausschuss aber zur Empfehlung, die maximal zulässige Konzentration in Kosmetikprodukten vorsichtshalber von derzeit 10 auf 1,4 Prozent zu senken. Die Gehalte der vier homosalathaltigen Cremes im Test liegen über den 1,4 Prozent, aber im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben. Wir haben daher zusätzlich das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) um eine Einschätzung gebeten: Es sieht für Verbraucher keine akute Gefährdung durch solche Cremes. Ähnlich urteilt das BfR für Octocrylen. Auch eine vorläufige Stellungnahme des SCCS hierzu bewertet die geltende Höchstkonzentration als sicher.

Tipp

Wer auf diese beiden Filter verzichten möchte, kann die gute Creme Balea von dm wählen. Übrigens: Zertifizierte Naturkosmetik haben wir unter den Gesichtscremes mit UV-Schutz nicht gefunden – deshalb konnten wir auch keine testen. Naturkosmetik- Sonnenschutzprodukte für den ganzen Körper sind aber sehr wohl zu haben. Wer sein Gesicht länger als nur eine kurze Mittagspause in die Sonne hält, sollte auf Mittel mit UV-Schutzfaktoren von etwa 30 oder 50 setzen (siehe Interview S. 27). Je heller die Haut, desto mehr Schutz braucht sie. Doch auch dunklerer Haut schadet zu viel UV-Licht. Wie hoch der Schutzfaktor in einer Creme oder Lotion sein sollte, hängt von mehreren Faktoren ab: vom Wetter zum Beispiel, vom Maß der sonnenbrand-wirksamen UV-Strahlung (siehe uv-index.de), der Zeit, die im Freien verbracht wird, der Kleidung und der Kopfbedeckung.

Interessant für Veganer

Viele Menschen wollen auch bei ihrer Körperpflege auf alles Tierische verzichten. Die Cremes von dm und Rossmann sind als „vegan“ gekennzeichnet. Was solche Kosmetik erfüllen muss, ist nicht gesetzlich geregelt. Viele verstehen darunter, dass keine tierischen Inhaltsstoffe, etwa Bienenwachs, Honig oder Milch, zum Einsatz kommen.
Erfreulich für alle, denen das wichtig ist: Mit der Creme von dm kommt eine der besten im Test auch für sie infrage.