Studie: Jeder zweite Lehrer ausgelaugt und erschöpft
Die Schulleitungen in Sachsen sind laut einer Studie der Freiburger Forschungsstelle für Arbeitswissenschaften über Gebühr belastet. Wissenschaftler machen das etwa an erhöhten Werten für Burnout-Symptome fest. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) schlägt deshalb Alarm und fordert eine Entlastung. Die Befunde der Studie seien „zum Teil erschreckend“ und könnten nicht ohne Folgen bleiben, hieß es.
In der Befragung gaben 80 Prozent des Leitungspersonals an, manchmal oder den ganzen Tag in hohem Tempo arbeiten zu müssen. Etwa zwei Drittel halten selten oder nie die Pausenzeiten ein. Mehr als zwei Drittel der Betroffenen sehen zu wenig Freiraum für eine Vor- und Nachbereitung. 51 Prozent der Befragten fühlen sich ausgelaugt, 48 Prozent emotional erschöpft, so die Ergebnisse der Studie, die am Mittwoch vorgestellt wurde.
Arbeiten trotz Krankheit
Die Ergebnisse würden im Vergleich zu anderen Berufsgruppen vor allem bei Anforderungen deutlich hervorstechen, betonte der Geschäftsführer der Forschungsstelle, Matthias Nübling. Sie führten zu einer erheblichen Belastung, die nur teilweise durch positive Faktoren kompensiert werden könnten. Zugleich zeige diese Berufsgruppe einen überdurchschnittlich hohen „Präsentismus“ - das heißt, 41 Prozent erscheinen trotz Krankheit zur Arbeit.
Das fordert die GEW
„Der Arbeitgeber muss nun schleunigst seiner Fürsorgepflicht nachkommen und Entlastungen für Schulleitungen schaffen, etwa durch weniger Bürokratie und durch zusätzliche Unterstützungskräfte an den Schulen, vor allem durch Schulverwaltungsassistenzen“, sagte Claudia Maaß, stellvertretende Vorsitzende der GEW Sachsen. „Wir fordern zudem eine bessere Einarbeitung von Leitungskräften, Präventionsmaßnahmen sowie regelmäßige Belastungserhebungen durch das sächsische Kultusministerium, denn um die Herausforderungen an Schulen, gerade in der aktuellen Situation des massiven Personalmangels, meistern zu können, braucht es gesunde Schulleitungskräfte“, erklärte GEW-Vize Maaß.
Die Studie war im Auftrag der GEW entstanden.Knapp 400 Schulleiterinnen und Schulleiter wurden in Sachsen befragt. Konkret ging es um deren psychosoziale Belastungen. Die Umfrage fand bereits auch in anderen Bundesländern statt. Die Werte aus Sachsen würden sich nicht sonderlich unterscheiden, sagte Nübling. (dpa)