Sie nennen sich „Juicer“ - so werden die E-Roller in Dresden nachts aufgeladen
Seit Juli stehen über 1000 E-Roller zum Ausleihen in Dresden. Sie laden zur spontanen Spaßfahrt ein und sollen eine Alternative im Straßenverkehr sein, denn sie fahren mit Strom. Kritik gibt es immer wieder, weil die Geräte überall rumstehen oder sich Fahrer nicht an die Reglen halten. Zudem ist das Vergnügen recht teuer: 10 Minuten kosten beim Anbieter „Lime“ drei Euro. Der Akku der Roller hält nicht ewig – deshalb gibt es sogenannte „Juicer“. Sie sorgen dafür, dass die Roller nachts aufgeladen werden. Wir haben einen von ihnen getroffen, er ist Student in Dresden, möchte seinen vollen Namen aber nicht nennen. Pro Monat nimmt er mit dem Aufladen 500 Euro ein:
Wie arbeitet ein Juicer?
Juicer werden dann aktiv, wenn die meisten Roller ungenutzt auf dem Fußweg stehen. Ab 21:00 Uhr können die Roller eingesammelt werden, vorausgesetzt der Akkustand beträgt 75% oder weniger. Dann kann man sie zu sich nach Hause transportieren und mit einem Netzteil, welches der Anbieter zur Verfügung stellt, aufladen. Bis 07:00 oder 08:00 Uhr müssen die Roller an einen Sammelpunkt in der Nähe gebracht werden. Zum Abschluss noch ein Beweisfoto vom Roller machen und schon bekommt man seine Belohnung – Geld.
Was verdient man als Juicer?
Lädt man den Roller-Akku bis zu 95% oder höher auf, bekommt man beim Anbieter LIME vier Euro je Roller. Die Stromkosten für das Aufladen muss man selbst tragen. Liefert man die Roller zu spät aus bekommt man Abzüge.
Wie wird man ein Juicer?
Juicer wird man über eine Online-Anmeldung. Nach Ausfüllen eines Kontaktformulars wird man in das Hauptquartier eingeladen und bekommt eine Einführung samt benötigter Netzteile. Erforderlich für den Job ist ein Gewerbeschein.
Der Job ist allerdings ein Knochenjob: 15 Kilogramm wiegt ein Roller. Zudem müssen von den vier Euro Vergütung die eigenen Strom- und ggf. Transportkosten abgezogen werden. Unterm Schnitt bleiben damit zwischen 2-3 Euro pro Roller. Kritikwürdig außerdem, wenn die Roller mit dem Dieseltransporter abgeholt und verteilt werden. Der Dresdner Student, den wir trafen, sammelt alle Roller zu Fuß ein.