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Strafanzeige gegen Pegida-Redner

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Die Staats­an­walt­schaft Dresden ermit­telt nach einer islam- und fremden­feind­li­chen Rede des deutsch-türki­schen Autors Akif Pirinçci bei der Pegida-Kundge­bung. Wie Oberstaats­an­walt Haase sagte, wird wegen des Verdachts der Volks­ver­het­zung ermit­telt.Grund ist die Anzeige einer Privat­person, die noch in der Nacht bei der Polizei erstattet worden ist. Konkret geht es um den Satz "Es gäbe natür­lich andere Alter­na­tiven, aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb". Pirinçci hatte diesen Satz aber nicht auf Flücht­linge bezogen. Haase sagte, man prüfe die straf­recht­liche Relevanz. Pegida-Chef Bachmann entschul­digte sich per Facebook für den "gravie­renden Fehler", er habe "viel zu spät die Notbremse gezogen". Pegida-Anhänger hatten mit Pfiffen und Buh-Rufen sowie "Aufhören" nach zuneh­mender Länge und immer schär­ferer Hetze auf die Rede Pirinccis reagiert.Unter­dessen hat die Random House Verlags­gruppe alle Verträge mit Prinicci gekün­digt, seine Bücher werden nicht mehr ausge­lie­fert, teilte das Unter­nehmen mit:"Die Verlage Diana, Goldmann und Heyne haben mit großer Bestür­zung und Unver­ständnis die Aussagen des Autors Akif Pirinçci auf der gestrigen Pegida-Kundge­bung in Dresden zur Kenntnis genommen und distan­zieren sich entschieden. Der Schutz von Demokratie und Menschen­rechten ist für uns ein zentraler Bestand­teil unseres verle­ge­ri­schen Schaf­fens, ebenso wie der Respekt vor Tradi­tionen und dem Wunsch nach kultu­reller Vielfalt. Die Aussagen von Akif Pirinçci stehen diesen Werten diame­tral entgegen. Als Reaktion auf seine inakzep­ta­blen Äußerungen werden unsere bereits vor Jahren veröf­fent­lichten, ausschlie­ß­lich belle­tris­ti­schen Bücher von Akif Pirinçci umgehend gesperrt und nicht mehr angeboten."Sowohl von Pegida-Anhän­gern als auch von Gegnern war es im Anschluss an die Demons­tra­tionen zu Gewalt gekommen. An der Ostra-Allee gab es Straßen­schlachten zwischen Vermummten und den Einsatz­kräften, dabei flogen Steine und Böller. Die Rettungs­kräfte sprachen von mehreren Verletzten - drei Randa­lierer wurden festge­nommen. Insge­samt waren am Abend mehr als 30.000 Menschen auf die Straße gegangen.