Steinmeier zum Antrittsbesuch in Sachsen
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier musste bei seinem Antrittsbesuch in Sachsen am Montag zunächst ungewöhnliche Arbeitskleidung tragen. Denn bei der ersten Station der zweitägigen Tour ging es für das deutsche Staatsoberhaupt mit Grubenlampe, Helm und Schutzkleidung erst einmal abwärts - in ein Bergwerk des Erzgebirges, wo seit 2013 Fluss- und Schwerspat abgebaut wird. Kurz darauf wurden Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender schon auf dem höchsten Punkt des Freistaates erwartet. Auf dem 1215 Meter hohen Fichtelberg ist ein Gespräch mit Kommunalpolitikern geplant.
Demokratie und das Leben im ländlichen Raum - das sind zwei Schwerpunkte der Antrittsbesuche von Steinmeier in den Bundesländern. Acht davon hat er seit seinem Amtsantritt im März 2017 schon absolviert. Zuletzt war er im Oktober in Berlin und damit in der eigenen Stadt zu Gast.
Sachsen scheint für eine Debatte zum Thema Demokratie ein idealer Ort. In keinem Bundesland waren die Konflikte in der Flüchtlingskrise heftiger. Hier sind Politiker seither von wütendenden Bürgern immer wieder angepöbelt worden - vor allem in Dresden und Umgebung. Die Polizei geht diesmal allerdings von keinen Störversuchen aus und sieht einem normalen Einsatz entgegen.
Nach dem Erzgebirge geht es weiter nach Penig bei Chemnitz, wo ein Rundgang durch die historische Innenstadt geplant ist. In Bad Lausick nahe Leipzig will das Ehepaar Steinmeier - immer in Begleitung des scheidenden sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU) - eine Probe der Sächsischen Bläserakademie besuchen. Danach wartet das Chemieunternehmen Wacker AG in Nünchritz. Ein Empfang für Ehrenamtler im Kulturschloss Großenhain lässt den Montag ausklingen.
Am Dienstagmorgen nehmen Steinmeier und seine Begleitung an einer Andacht in der Dresdner Frauenkirche teil. Danach stehen der Landtag und die Staatskanzlei auf dem Programm, wo Steinmeier auch an einer Sitzung des sächsischen Kabinetts teilnehmen wird.
Bei einer Diskussion in der Dreikönigskirche zum Diskurs will der Bundespräsident nicht nur Rede und Antwort stehen, sondern zuvor auch eine Ansprache halten. Ein Besuch der Offiziersschule des Heeres und des Zentrums für regenerative Therapien runden die Visite des Staatsoberhauptes ab. (dpa)