Stau in der City - Bauern demonstrieren
Mit ihren Traktoren haben sächsische Bauern am Montag in Dresden gegen neue Düngeregeln protestiert. Nach Angaben des Landesbauernverbands nahmen Hunderte Fahrzeuge an der Demonstration teil, die Polizei machte am Abend zunächst keine Angaben. Die Stadt hatte vorab vor Verkehrsbehinderungen gewarnt.
Der Bauernverband und der Verein „Land schafft Verbindung“ befürchten durch neue Regeln, die zum 1. Januar in Kraft treten, erhebliche Einschränkungen der Produktion. Gestritten wird dabei auch um die Messung der Nitratbelastung im Grundwasser.
Die protestierenden Bauern fordern, die sogenannten roten Gebiete, in denen wegen hoher Nitratbelastung besonders strikte Vorgaben zum Düngereinsatz drohen, um 80 Prozent zu reduzieren.
„Die bisherige Hinhalte- und Abwehrtaktik seitens der Verantwortlichen bei der Neuausweisung der “roten Gebiete„ ist für uns weder akzeptabel noch länger hinnehmbar“, kritisierte Bauernpräsident Torsten Krawczyk. Ohne Änderungen sieht er die Landwirtschaft im nationalen Vergleich ihrer Wettbewerbsfähigkeit beraubt.
Der Bauernverband stützt seine Forderung auf ein selbst in Auftrag gegebenes Gutachten, das dem Land erhebliche Mängel im Grundwasser-Messnetz bescheinigt. Das Agrar- und Umweltministerium kritisierte allerdings die dabei eingesetzte Methodik. Das Gutachten spiegle nicht den tatsächlichen Zustand der Messstellen wider, betonte ein Ministeriumssprecher.
Die Stadt Dresden hatte wegen der Bauerndemo vor erheblichen Verkehrsbehinderungen gewarnt. So stand auf der Marienbrücke nur ein Fahrstreifen in jeder Richtung zur Verfügung und war die Wigardstraße in beide Richtungen voll gesperrt. Die Polizei machte am Montagabend zunächst keine Angaben etwa zur Teilnehmerzahl der Demo.