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Statistik zu straffälligen Asylbewerbern

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Dresden (dpa/sn) - In Sachsen sind in den ersten neun Monaten dieses Jahres 4695 Zuwan­derer mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Auf ihr Konto gingen 10 397 Straf­taten, vor allem Laden­dieb­stahl und Schwarz­fahren. Mit Blick auf die nach Sachsen gekom­menen 45 212 Migranten betonte Innen­mi­nister Markus Ulbig (CDU) am Donnerstag: „Die überwie­gende Mehrheit der Zuwan­derer in Sachsen verhält sich rechts­kon­form“. 2014 wurden in Sachsen insge­samt 320 000 Straf­taten regis­triert - Zahlen für 2015 liegen noch nicht vor. Fast die Hälfte der 10 397 Taten von Zuwan­de­rern wurde von sogenannten Mehrfach- und Inten­siv­tä­tern verübt. Asylsu­chende aus Tunesien stellen der Statistik zufolge mit knapp 24 Prozent den größten Anteil unter allen Tatver­däch­tigen - obwohl sie nur vier Prozent der Zuwan­derer ausma­chen. Experten führen das auch auf eine Amnestie zurück, die nach der samtenen Revolu­tion in Tunesien Krimi­nelle in die Freiheit entließ. Mögli­cher­weise fanden viele von ihnen auch als Flücht­linge in Europa Unter­schlupf. Bei Syrern ergibt sich dagegen ein umgekehrtes Bild. Fast jeder dritte Zuwan­derer kommt aus Syrien, ihr Anteil an den Tatver­däch­tigen liegt aber bei weniger als fünf Prozent. „Ich fordere vom Bund und der tunesi­schen Regie­rung mehr Koope­ra­tion sowie Unter­stüt­zung bei der Beschaf­fung von Perso­nal­do­ku­menten, um die Rückfüh­rung abgelehnter und mehrfach straf­fällig gewor­dener Asylbe­werber weiter voran­zu­treiben“, betonte Ulbig. Zwölf Prozent der erfassten Straf­taten wurden in Asylun­ter­künften verübt. Dabei ging es vor allem um Körper­ver­let­zungen. Ende September waren 596 Menschen als Mehrfach- und Inten­siv­täter erfasst. Ihnen werden 4807 Straf­taten zugeschrieben. Auch hier ist der Anteil von Tunesiern mit über einem Drittel auffal­lend hoch. „Wer perma­nent gegen die Rechts­ord­nung verstößt, muss mit Konse­quenzen rechnen. Das gilt für Deutsche als auch für Asylbe­werber“, sagte Ulbig. Deshalb habe er veran­lasst, die Straf­ver­fahren und die Asylver­fahren der Mehrfach-Täter beschleu­nigt zu bearbeiten. Ulbig will auf diese Weise Betrof­fene konse­quenter abschieben. Außerdem fordert er eine Abschie­bung von Personen auch dann, wenn sie rechts­kräftig zu einer Freiheits­strafe von deutlich unter drei Jahren verur­teilt werden. Um Schwarz­fahren in den Griff zu bekommen, prüft Sachsen perso­na­li­sierte Tickets für den öffent­li­chen Nahver­kehr. „Damit könnte jede fünfte Straftat durch Zuwan­derer wegfallen“, sagte Ulbig. Die Tickets sind als Sachleis­tung gedacht, die Betrof­fenen sollen im Gegenzug weniger Taschen­geld bekommen. Die Statistik listet auch Angriffe auf Asylun­ter­künfte auf. Ihre Zahl stieg von Januar bis Ende September auf 66 und damit erheb­lich an - im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 15. Elf Fälle sind als Gewalt­de­likte klassi­fi­ziert, darunter befinden sind fünf Brand­an­schläge, drei Körper­ver­let­zungen, zwei Spreng­stoff­ex­plo­sionen sowie ein versuchtes Tötungs­de­likt. Neun Personen wurden verletzt.Schlie­ß­lich enthält das Zahlen­werk auch Daten zu Angriffen auf Politiker und Behör­den­mit­ar­beiter wegen ihres Engage­ments für Asylsu­chende. Hier wurden 43 Straf­taten festge­stellt, meist Bedro­hungen und Belei­di­gungen. Aller­dings gab es auch fünf Gewalt­de­likte. Die Polizei konnte 14 Tatver­däch­tige ermit­teln.