Stadtrundfahrt darf nicht über Augustusbrücke
Die Augustusbrücke in Dresden bleibt für Stadtrundfahrten gesperrt. Das sorgt für jede Menge Ärger, denn bei der Freigabe der Brücke vergangene Woche hatte die Stadt noch vom Gegenteil gesprochen.
Die Chefin der Stadtrundfahrt, Diana Maatz sagte uns, dass sie kurz darauf einen Anruf aus dem Rathaus erhalten habe. Dort hieß es, man habe sich vertan. Die Doppelstockbusse dürften nun doch nicht über die Augustusbrücke fahren. Das sei von Anfang an so geplant gewesen.
Diana Maatz ist sauer auf die Verwaltung, auch viele Stadträte reagierten überrascht. Bei der Freigabe der Brücke hatte Baubürgermeister Kühn unserem Sender gesagt, dass künftig nur noch Fahrradfahrer, Fußgänger, Taxis, Rettungsfahrzeuge und Stadtrundfahrten das Bauwerk überqueren dürfen.
Stadt rudert zurück: Ausnahme wird geprüft
Die Busse der Stadtrundfahrten können vielleicht doch bald wieder über die Augustusbrücke fahren. Das Straßen- und Tiefbauamt will eine Ausnahmegenehmigung erteilen, sagte uns Amtsleiterin Simone Prüfer am Freitag auf Anfrage . "Wir werden ein Verfahren zur Widmungserweiterung einleiten. Dazu ist allerdings ein straßenrechtliches Verfahren notwendig." Wie lange das in Anspruch nimmt, ist nicht bekannt. Weiter heißt es aus dem Rathaus:
"Der Stadtrat hat im Jahr 2014 entschieden, die Augustusbrücke solle nach erfolgter Sanierung der Albertbrücke für den Kfz-Verkehr gesperrt werden. Der durchgängige Straßenbahnbetrieb und die Benutzung der Brücke für Sicherheitstransporte wie Krankenwagen, Feuerwehr etc. sowie Taxen sei
sicherzustellen. Dieser Beschluss wurde nach der Wiedereröffnung der Augustusbrücke umgesetzt. Da die Augustusbrücke vor Beginn der Sanierungsarbeiten dem allgemeinen Verkehr offen stand, war es erforderlich, die notwendigen widmungsrechtlichen Verfügungen (hier Teileinziehung) zu treffen. Dies ist
im Planfeststellungsbeschluss zum Bauvorhaben Augustusbrücke vom 14. Februar 2017 unter IV Straßenrechtliche Entscheidungen verfügt und ist rechtskräftig. Stadtrundfahrten gehören nicht zum ÖPNV. Deshalb dürfen diese die Augustusbrücke wegen der gültigen Widmung nicht mehr befahren."
