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Stadtrat stimmt für Globus-Einkaufsmarkt

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Am Donners­tag­abend hat der Stadtrat mit knapper Mehrheit für die weiteren Planungen für den Globus-Einkaufs­markt an der Leipziger Straße grünes Licht gegeben. 32 Stadt­räte stimmten für das Projekt, 30 dagegen. Fünf Räte enthielten sich. CDU, FDP und Teile der Bürger­frak­tion waren für das Projekt. SPD, Grüne und Linke lehnen den Einkaufs­markt ab.Jetzt werden die Pläne für das Projekt öffent­lich ausge­legt. Eine endgül­tige Entschei­dung wird dann erneut im Stadtrat fallen.Für 60 Millionen Euro soll auf dem Gelände des alten Leipziger Bahnhofes ein 8.800 qm großer SB-Markt mit eigenem Bäcker und Fleischer entstehen. Über 1.000 Parkplätze sind auf dem insge­samt 12.000 qm großen Gelände geplant.CDU-Bauex­perte Hans-Joachim Brauns plädierte bereits im Vorfeld eindring­lich für die Reali­sie­rung des Projektes. "Der Investor passt rein", so Brauns. Konkur­renz belebe das Geschäft. Thomas Löser von den Grünen mahnte dagegen, es entstehe dort ein "zweiter Elbepark".Verkehrs­kol­laps befürchtetAuch Axel Bergmann von der SPD machte die Ableh­nung seiner Fraktion deutlich: Bergmann warnte vor einem Verkehrs­kol­laps, Rückstaus bis auf die Marien­brücke seien zu erwarten. Die von Globus in Auftrag gegebenen Gutachten gehen von 5.500 zusätz­li­chen Fahrten durch den neuen Markt aus. Die Leipziger Straße ist schon heute regel­mäßig überlastet. Auf diese Proble­matik wies auch Reinhard Koett­nitz vom Straßen- und Tiefbauamt hin, die vier neuen Ampeln, die an der Leipziger Straße aufge­stellt werden sollen, würden die Situa­tion zudem nicht besser machen.Einzel­händler in Pieschen und in der Neustadt fürchten durch den Markt um ihre Existenz. In Gutachten wird von einem Umsatz­rück­gang von bis zu 20 % ausge­gangen.Arten­schutz proble­ma­tischAuch der Arten­schutz spielt bei dem Projekt eine Rolle: Geschütze Fleder­mäuse, Vögel und Zaunei­dechsen bevöl­kern das Gelände. Für die rund 560 Zaunei­dechsen soll auf einer ehema­ligen Deponie in Lockwitz eine fünf Hektar große Ausgleichs­fläche geschaffen werden, die Tiere sollen umgesie­delt werden. Dafür ist eine Ausnah­me­ge­neh­mi­gung erfor­der­lich. Für die Fleder­mäuse sollen auf dem Globus-Gelände neue Quartiere entstehen.Globus wirbt für das Projekt mit der Schaf­fung von 430 Arbeits­plätzen. Zudem will das Unter­nehmen die Eisen­bahn­straße, sowie histo­ri­sche Gebäude und die alten Bahnbögen auf eigene Kosten sanieren.Video zum derzei­tigen Zustand auf dem GeländeAllianz für DresdenBebauungsplan der Stadt­ver­wal­tung