Stadtrat - OB Hilbert will mehr Dialog und mehr Sicherheit
Mehr Dialog, mehr Bürgerbeteilung, mehr Sicherheit - Oberbürgermeister Dirk Hilbert hat im Stadtrat zum Auftakt in einer Grundsatzrede mehr Engagement für den Zusammenhalt und den Dialog in Dresden angekündigt und eingefordert. Man müsse die Bürger besser schützen – egal ob vor Kriminellen ausländischer Herkunft oder Kriminellen, die sich selbst als Patrioten bezeichnen, sagte Hilbert. "Dazu müssen wir mit dem Freistaat intensiv sprechen, wir müssen aber gleichzeitig auch unsere Hausaufgaben, z. B. bei der Straßenbeleuchtung oder dem Gemeindlichen Vollzugsdienst, erledigen." Für 2017 kündigte Hilbert weitere Dialogveranstaltungen an, zweimal jährlich sei eine "Dresden Konferenz" geplant, bei der Bürger und Politiker auf Augenhöhe diskutieren könnten. Auch ein europäisches Städteforum sei geplant. Die Arbeit der Versammlungsbehörde im Zusammenhang mit Pegida-Demos und Gegendemos sollen Gutachter verfassungsrechtlich überprüfen, so der Vorschlag von Hilbert. Insbesondere Pegida-Gegner hatten kritisiert, dass mit zweierlei Maß gemessen würde. Das Ordnungsamt hatte diesen Vorwurf zurückgewiesen."Ich bin auch jederzeit bereit, dass wir uns als Verwaltung kritisch reflektieren. Allerdings erwarte ich dies auch von den Fraktionen dieses Rates. Anstatt dass wir beim Versammlungsrecht über einen Ausschuss diskutieren, bei dem die Ergebnisse wahrscheinlich vor allem ideologische Unterschiede zementieren, mach ich Ihnen einen anderen Vorschlag. Lassen Sie uns einen oder mehrere Gutachter eine verfassungsrechtliche Überprüfung der Arbeit der Versammlungsbehörde vornehmen. Die Versammlungsfreiheit ist ein so hohes Gut in unserer Verfassung, dass es nicht für politische Spielchen taugt."Hier gibt es die vollständige Rede im Wortlaut (PDF).Weitere Themen im StadtratDer Stadtrat will den Winterdienst auf Radwegen in Dresden verbessern. Darum geht es unter anderem in der Sitzung ab Donnerstagnachmittag. Nach Wünschen der Rot-Grün-Roten Ratsmehrheit sollen die Radwege auf den Hauptstrecken wie zum Beispiel zwischen Carolabrücke und TU von Schnee und Eis befreit werden. Immer mehr Dresdner sind auch im Winter mit dem Rad unterwegs, bei Schnee sind die Wege aber oft durch Schneeberge von Straßen oder Fußwegen versperrt, so die Begründung. Thomas Löser von den Grünen: "Immer mehr Leute fahren im Winter Fahrrad. Für Autofahrer ist das Räumen selbstverständlich, der Schnee landet dann auf dem Radweg. Wichtige Radfahrrouten sollen deshalb geräumt werden."Die CDU lehnt den Vorschlag aus Kostengründen ab. Der Winterdienst komme ja nicht einmal auf allen Straßen im Nebennetz hinterher. "Es sind immense Investition erforderlich, man braucht andere Räumfahrzeuge und zusätzliches Personal", sagte Gunther Thiele von der CDU. Die Finanzierung sei ungeklärt. "Deshalb lehnen wir den Vorschlag ab."Weitere Themen im Stadtrat sind am Donnerstagnachmittag zum Beispiel die Namensgebung bei kommunalen Sportstätten und die Abwassergebühren. Diese sollen günstiger werden. Zudem soll der bishere Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann ab 2017 zum neuen Bildungsbürgermeister gewählt werden. Die CDU hatte das Vorschlagsrecht für den Posten. Vorjohann hatte sich überraschend bei der internen Besetzung durchgesetzt. Insbesondere die Linke hat große Vorbehalte.