Stadtrat hat Haushalt beschlossen
Der Dresdner Stadtrat hat am Donnerstagabend den milliardenschweren Haushalt abgesegnet. Er hat einen Umfang von 1,27 Milliarden Euro jährlich. 200 Millionen Euro stehen pro Jahr für Investitionen bereit. In den nächsten Jahren sollen rund 500 Millionen Euro in Bildung investiert werden. Kitas und Schulen haben oberste Priorität, so Oberbürgermeisterin Helma Orosz.Kulti und Kunstkraftwerk kommenZweiter großer Punkt ist die Kultur: Für Kunstkraftwerk und Kulturpalast werden 180 Millionen Euro bereit gestellt. Daneben gibt es zusätzliche Gelder für Kreuzchor, Heinrich-Schütz-Konservatorium und viele kleinere Projekte. Erneut Debatte um KulturpalastDer Kulturpalastumbau sorgte im Stadtrat wieder für Diskussionen. Die Bürgerfraktion forderte einen Baustopp, wenn die Kosten explodieren sollten. Bislang sind 81,5 Millionen Euro für den Bau eines hochwertigen Konzertsaales vorgesehen. Das Konzept zur Finanzierung des Kulturpalast-Umbaus durch Stiftungsgelder bekam am Donnerstagnachmittag eine klare Mehrheit. Aus Sozial- und Kreuzchorstiftung sollen jeweils 13,5 Millionen Euro verwendet werden. Die Stadt stellt 50 Millionen Euro zur Verfügung. Bereits in der Sitzung des Vergabeausschusses an diesem Freitag sollen die ersten Bauaufträge für den Kulti ausgelöst werden.Rat stimmt für TourismusabgabeDer Rat stimmte am Donnerstagnachmittag für die Einführung einer Tourismusabgabe. Im Sommer soll eine Kurtaxe eingeführt werden. Übernachtungsgäste sollen dann 1 - 2 Euro pro Übernachtung bezahlen. Das soll künftig jährlich 6,9 Millionen Euro einbringen.Neues Bündnis bringt Haushaltskompromiss einCDU, Grüne und SPD hatten sich auf einen Kompromiss für den Haushalt geeinigt. Auf eine Grundsteuererhöhung wird verzichtet. Die Lücken im Haushalt sollen durch Grundstücksverkäufe, höhere Fördergelder vom Land und durch die Kurtaxe gestopft werden. Protest gegen HaushaltVor der Sitzung protestieren Jungliberale gegen den "Schuldenhaushalt". Sie warnten davor, dass demnächst Schuldnerberater Peter Zwegat im Rathaus vorbeikommen müsste. FDP, Bürgerfraktion und Linke lehnen den Haushalt im Wesentlichen ab. FDP-Chef Holger Zastrow kritisierte den Haushalt scharf, man fahre gegen die Wand. André Schollbach von der Linken sagte: "Dieser Haushalt ist so seriös wie der Lebenswandel von Silvio Berlusconi."Finanzbürgermeister warnt vor MillionenlöchernAuch Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann hatte im Vorfeld vor Millionenlöchern ab 2015 gewarnt. Er habe Bauchschmerzen mit dem Kompromiss-Haushalt von CDU, SPD und Grünen. Auch Schulbürgermeister Lehmann sagte, der Haushalt sei auf Kante genäht. Oberbürgermeisterin Helma Orosz zeigte sich mit dem gefundenen Kompromiss zufrieden.