Stadtfest Chemnitz: friedliches Familienfest oder Treffpunkt für Straftäter?
Das Chemnitzer Stadtfest ist am Wochenende von gewalttätigen Zwischenfällen überschattet worden. Davon haben viele Stadtfestbesucher aber gar nichts mitbekommen. Während mehrere Medien von „Stadtfest-Abbruch aus Angst vor Massenschlägerei“ schreiben und behaupten, Chemnitz habe vor der Gewalt kapituliert, spricht die Polizei von einem friedlichen Familien- und Volksfest. Unter anderem hatte AFD-Politiker Lars Franke behauptet, dass sich an der Bühne auf der Brückenstraße "300-500 angetrunkene Araber" getummelt hätten und es zu vielfachen Belästigungen von Frauen gekommen sei. Das konnte die Polizei nicht bestätigen.Nach deren vorläufiger Bilanz wurden am gesamten Stadtfestwochenende, zu dem laut Veranstalter rund 260.000 Besucher kamen, insgesamt 27 Straftaten registriert. Das waren zwei mehr als im vergangenen Jahr. Außerdem nahmen die Beamten 14 Anzeigen wegen Körperverletzungen auf – ebenfalls zwei mehr als letztes Jahr. Auch zu sexuellen Belästigungen wurde bisher eine Anzeige erstattet. Laut Veranstalter und CWE-Chef Sören Uhle war es damit ein ganz normales Stadtfest. Kritisch wurde es an der Bühne am Marx-Kopf, wo nachts immer wieder betrunkene Jugendliche aneinander gerieten. Nachdem es am Freitag 13 Verletzte gab, hatte die Polizei die Einsatzkräfte an der Brückenstraße kräftig aufgestockt. Am Samstag wurde die Musik 30 Minuten vor Schluss heruntergezogen, weil sich erneut viele Betrunkene vor der Bühne tummelten und auch schubsten. Innerhalb von zehn Minuten habe sich die Situation entspannt, sagte Sören Uhle. Auch auf Videos, die im Internet dazu kursieren, sind keine Gewalttaten zu sehen. Organisator Sören Uhle will trotzdem mit der Polizei das Sicherheitskonzept noch einmal auswerten und für nächstes Jahr noch verbessern.