Stadt will Radfahrer auf Hauptstraße ausbremsen
Weil viele Radfahrer in Dresden durch den Einsturz der Carolabrücke jetzt alternative Routen zwischen Alt- und Neustadt suchen, wird die Hauptstraße zunehmend zur Radrennstrecke. Rund 10.000 Radfahrer sind täglich auf der Augustusbrücke unterwegs, ein großer Teil davon fährt auch über die Hauptstraße. Die wiederum ist aber eine Einkaufsstraße zum Flanieren und Verweilen.
Deswegen besuchte Baubürgermeister Stephan Kühn mit der Polizei die Fußgängerzone und sprach mit Radfahrern. Sie verteilten Postkarten mit Verhaltensweisen für Radler in Fußgängerzonen. Einen Radweg gibt es auf der Hauptstraße nicht, oft kreuzen sich Radler und Fußgänger - teils in gefährlichen Situationen.
Die Aktion im Rahmen der Sicherheitspartnerschaft soll Radfahrende für mehr Rücksicht sensibilisieren.
Dresdens Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn: „Wir haben vor allem in der Innenstadt viele Stellen, wo es eng wird oder viel los ist. Dort kommt es schnell zu Konflikten aufgrund unterschiedlicher Geschwindigkeiten im Fuß- und Radverkehr. Radfahrenden muss bewusst sein: Sie sind auf Fußwegen und in Fußgängerzonen nur zu Gast. Das bedeutet dort langsam und rücksichtsvoll unterwegs zu sein.“
Das steht in der StVO: Auf der Hauptstraße, wie in allen Fußgängerzonen und auf Gehwegen mit dem Zusatzschild „Radverkehr frei“ ist das Radfahren in Schrittgeschwindigkeit erlaubt. Radfahrende müssen immer Rücksicht auf Fußgängerinnen und Fußgänger nehmen und dürfen niemanden gefährden. Dieser Grundsatz gilt auch auf gemeinsamen Geh- und Radwegen. Thomas Kiraly vom Verkehrsüberwachungsdienst der Dresdner Verkehrspolizei erklärt: „Der Paragraph 1 der Straßenverkehrsordnung ist das Herzstück unserer Verkehrsregeln. Er erinnert uns daran, dass Rücksicht und Vorsicht im Straßenverkehr unerlässlich sind.“