Stadt und HWK vereinbaren „Aktionsplan Handwerk Dresden 2025“
Das Handwerk hier in Dresden soll stärker gefördert werden. Dafür haben die Stadt und die Handwerkskammer Dresden am Montag einen Aktionsplan für die kommenden sieben Jahre beschlossen. Konkret sollen beispielsweise Handwerksunternehmen noch früher über die Vergabe von Aufträgen informiert werden. Der Plan sieht außerdem die Verbesserung von Bildungsangeboten und der Berufsorientierung von der Kita bis zur Berufsschule vor. Die Handwerkskammer Dresden will dazu auch die Bewerbung um den Titel "Kulturhauptstadt Europas 2025" unterstützen."Dresdner Handwerksunternehmen sind das Rückgrat unserer mittelständischen Wirtschaft"Oberbürgermeister Hilbert freut sich darauf, die gute Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer künftig noch enger fortzuführen: „Die Dresdner Handwerksunternehmen sind das Rückgrat unserer mittelständischen Wirtschaft. Sie stehen vor großen Herausforderungen, wie dem demografischen Wandel, der Digitalisierung und der Energiewende. Mit dem Aktionsplan wollen wir ihnen den Weg in die Zukunft etwas ebnen und helfen beispielsweise Fachkräfte zu gewinnen, die Infrastruktur auszubauen oder die Energie- und Ressourceneffizienz in den Unternehmen zu erhöhen“. Geplant ist ein jährliches Zukunftsforum Handwerk in DresdenKammerpräsident Dr. Jörg Dittrich: „Über 5 300 Handwerksbetriebe gibt es in Dresden. Sie alle bringen uns Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung. Unser Job ist es, dafür zu sorgen, dass die Unternehmen dafür auch weiterhin die passenden Rahmenbedingungen vorfinden. Nach all der Arbeit, die wir gemeinsam in diesen Aktionsplan gesteckt haben, werden wir nun auch auf die schrittweise Umsetzung achten. Und wir wollen uns auch messen lassen. Daher ist ein jährliches ‚Zukunftsforum Handwerk in Dresden‘ geplant, bei dem wir gemeinsam mit der Landeshauptstadt und im Beisein von Handwerksbetrieben den Soll-Ist-Stand analysieren. Der Aktionsplan soll auf Basis dieser Ergebnisse dann kontinuierlich fortgeschrieben werden.“ Handwerksförderung: Die Landeshauptstadt Dresden vergibt Bauleistungen in dreistelliger Millionenhöhe pro Jahr und trägt so damit bei, dass ein Großteil der Wertschöpfung im regionalen Handwerk verbleibt. Aufträge an Unternehmen in Dresden stärken deren und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Stadt. Mittelstandsfreundliche Vergabepolitik ist dafür die Basis und wird weiter gestärkt. Handwerksunternehmen werden zukünftig verstärkt über Vergabekonferenzen frühzeitig über Ausschreibungen informiert. Die Grund- und Gewerbesteuerhebesätze sollen moderat bleiben. Attraktive Innenstadtlagen für Verkauf und Gewerbe werden ausgewiesen. Die umliegenden Gemeinden wollen Stadtverwaltung und Handwerkskammer beim Gewerbeflächenmanagement partnerschaftlich einbinden. Bildung und Qualifizierung: Gut ausgebildete Nachwuchs- und Fachkräfte sichern die Leistungsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Dresden. Deshalb werden Kommune und Handwerkskammer die Bildungsangebote von der Kindertagesstätte bis zur Berufsschule weiter gemeinsam ausbauen. Dazu gehört vor allem auch die Berufsorientierung, die frühzeitig an allen allgemeinbildenden Schularten für die duale Berufsausbildung im Handwerk werben soll. Um Zuwanderer mit einem hohen Qualifikationsniveau und guter Bleibeperspektive frühzeitig zu fördern, werden Handwerkskammer und Landeshauptstadt im Verbund mit dem Jobcenter Dresden ihre Aktivitäten noch enger verzahnen. Austauschprogramme für Auszubildende und Ausbilder sollen die interkulturelle Verständigung beim Fachkräftenachwuchs und in den Handwerksbetrieben fördern. Energie und Umwelt: Dresden soll zu einem Vorreiter beim Einsatz erneuerbarer Energien, energieeffizienten Bauen und Sanieren werden. Eine Umweltzone wird es nicht geben. Dienstlich und gewerblich genutzte Fahrzeuge sollen schrittweise auf moderne Antriebsarten umgerüstet werden. Zusätzlich gilt es, den Energieverbrauch der gewerblichen Wirtschaft in Dresden weiter zu senken. Infrastruktur: Stadtverwaltung und städtische Gesellschaften arbeiten mit Hochdruck daran, den Breitbandausbau in Dresden weiterhin konsequent voranzutreiben und Versorgungslücken zu schließen. Im September 2017 hat die Landehauptstadt bereits weitere Fördermittel beim zuständigen Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur beantragt. Ein vorausschauendes Baustellen- und Verkehrsmanagement soll den Verkehr auf Dresdens Straßen flüssig halten. Für das Parken in der Innenstadt könnte es einen Handwerkerparkausweis geben, der zum Beispiel das Parken in Anwohnerparkzonen für die Dauer des Handwerkereinsatzes erlaubt. Der in Dresden gut ausgebaute Öffentliche Personennahverkehr soll hinsichtlich Taktfrequenz und Netzdichte für Arbeitnehmer und Arbeitgeber noch attraktiver werden. Gemeinsame Zukunftsprojekte: Um das mittelständische Profil der Stadt Dresden weiter zu schärfen, wollen Stadtverwaltung und Handwerkskammer Ideen für ein gemeinsames Strategiepapier erarbeiten. Außerdem wird die Handwerkskammer Dresden die Stadt tatkräftig bei der erfolgreichen Bewerbung um den Titel "Kulturhauptstadt Europas 2025" unterstützen.