Stadt nutzt vier Turnhallen als Notunterkünfte
Die Stadt Dresden muss kurzfristig vier Sporthallen als Notunterkünfte für Flüchtlinge nutzen. Das teilte am Mittwochabend Oberbürgermeister Dirk Hilbert auf einer Pressekonferenz im Rathaus mit. Die Hallen an der Schleiermacherstraße (70 Plätze), am Terrassenufer (40 Plätze), Thäterstraße (60 Plätze) und Ginsterstraße (60) sollen Platz für 230 Flüchtlinge bieten. Zudem werden freie Plätze in anderen Heimen benötigt. Dresden nimmt in den nächsten Tagen statt geplanten 100 ca. 500 Flüchtlinge auf. Die Turnhallen sollen u.a. Flüchtlinge aus der Zeltstadt an der Bremer Straße aufnehmen. Die Hallen wurden bislang für Vereinssport nvon 25 Vereinen genutzt, teilte die Stadt mit. Nicht alle Vereine können mit Ausweichquartieren versorgt werden.Wie Hilbert weiter mitteilte, müssen am Mittwoch 98 Flüchtlinge, am Donnerstag und Freitag jeweils 200 untergebracht werden. Die neuen Unterkünfte in der Podemusstraße und Heidenauer Straße seien für diese Entwicklung zu klein. Darum müsse man nun Turnhallen nutzen. Der Aufbau von Klappbetten und Tische habe begonnen. Wachschutz und soziale Betreuung werden vorbereitet.Demo in ÜbigauIn Übigau wurde unterdessen bereits eine Demonstration angekündigt. Seit 17.30 Uhr versammeln sich dort Anwohner.Hilbert: Zeltstadt nicht mehr geeignet"Unser wichtigstes Ziel ist es, den Menschen, die in Dresden Zuflucht suchen, eine gute Übergangsunterkunft zu bieten„, erklärt Oberbürgermeister Dirk Hilbert. “Die Zeltstadt in der Bremer Straße ist für die kühlen Herbst-Temperaturen nicht mehr geeignet. Daher wird die Stadt Dresden ab sofort vier Turnhallen zur Unterbringung von Flüchtlingen nutzen.„ Weiter heißt es in einer Mitteilung der Stadt: Turnhallen sind die einzige Möglichkeit, kurzfristig und relativ unkompliziert eine Unterkunft für die Asylsuchenden bereit zu stellen. Dafür stattet die Stadt diese in kürzester Zeit mit dem erforderlichen Inventar aus: Klappbetten, einschließlich Decken und Bettwäsche sowie Tische, Stühle und Kleinmobiliar.Das Sozialamt ist derzeit noch mit verschiedenen Betreibern im Gespräch, die die Versorgung der Flüchtlinge übernehmen sollen. Bis dahin erledigen Sozialarbeiter und weitere Mitarbeiter aus dem Amt diese Aufgabe selbst. Für die Sicherheit in und um die Hallen sind private Sicherheitsdienstleister beauftragt.Die vier genannten Turnhallen stehen ab sofort dem Vereinssport nicht mehr zur Verfügung. Das betrifft in der Ginsterstraße einen, in der Thäterstraße acht, auf dem Terrassenufer 13 und in der Schleiermacherstraße drei Vereine oder andere Nutzer. Verschiedenste Sportarten sind betroffen: u. a. Volleyball, Badminton, Karate, Zumba, Fußball, Judo, Rollkunstlauf und auch der Behindertensport. Der Sportstättenbetrieb bemüht sich, für die betroffenen Vereine und Nutzer alternative Hallen zu finden, was nicht in allen Fällen realisiert werden kann. Da die Kapazitäten so gut wie ausgeschöpft sind, sind neue Nutzungszeiten schwer zu finden. Der Eigenbetrieb Sportstätten hat heute Vormittag die Vereine telefonisch und per E-Mail informiert. “Natürlich ist der Wegfall der Hallen für den Vereinssport ein großer Einschnitt, aber das Wohl der hilfesuchenden Menschen wiegt noch schwerer. Ich werbe hiermit um das Verständnis der Sportlerinnen und Sportler. Auch die umliegenden Anwohnerinnen und Anwohner bitte ich, diese kurzfristige Handlung zu entschuldigen. Wir müssen in schwierigen Zeiten kurzfristige Lösungen finden und schnell handeln„, erklärt Oberbürgermeister Dirk Hilbert.