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Staatsan­waltschaft ermittelt zu Missbrauchsfall im Arnhold-Bad

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Die Dresdner Staats­an­walt­schaft ermit­telt weiter zu dem Missbrauchs­fall im Georg-Arnhold-Bad. Vier Mädchen waren am Samstag beläs­tigt worden. Der Verdacht des sexuellen Missbrauchs gegen einen, am Samstag festge­nommen, 19-jährigen afgha­ni­schen Flücht­ling habe sich nicht bestä­tigt, teilte Lorenz Haase von der Staats­an­walt­schaft auf unsere Anfrage mit. Das ergab die Zeugen­aus­sage eines betrof­fenen Mädchens, sagte Haase. Der Täter wurde von dem Mädchen anders beschrieben. Dass der 19-jährige für andere Beläs­ti­gungen verant­wort­lich sein könnte, werde noch geprüft.Staats­an­walt warnt vor Pauscha­li­sie­rungLaut Staats­an­walt­schaft waren am Samstag vier Mädchen im Alter zwischen 11 und 13 Jahren an Beinen, Rücken und Po berührt worden. In einem Fall wurde eine 13-Jährige an der Brust berührt. In diesem Fall werde wegen Verdachts des sexuellen Missbrauchs ermit­telt, so Haase. Der festge­nom­mene 19-Jährige sei in diesem Fall aufgrund der Beschrei­bung des Mädchens als Tatver­däch­tiger ausge­schlossen worden. Der Staats­an­walt warnte vor Pauscha­li­sie­rungen, auch deutsche Tatver­däch­tige müssten sich regel­mäßig wegen ähnli­cher Vergehen verant­worten, sagte Haase.Verdäch­tiger bestreitet VorsatzWie Haase sagte, bestreitet der 19-Jährige, vorsätz­lich gehan­delt zu haben. Er räumte aber ein, die Mädchen mögli­cher­weise "unabsicht­lich berührt zu haben", sagte Haase. Der Mann war am Samstag festge­nommen und später wieder auf freien Fuß gesetzt worden, die Identität seiner beiden Begleiter wurde festge­stellt. Diese Aussagen wider­spre­chen teilweise der Schil­de­rung eines Vaters:Vater schil­dert ÜbergriffEin Vater eines betrof­fenen Mädchens berich­tete im Inter­view bei uns davon, dass aus der Gruppe von etwa sechs Personen, einige Männer im Schwimm­be­cken Mädchen behel­ligten. Seine Tochter sei von einer Freundin gewarnt worden, der Mann hatte ihr zwischen die Beine gefasst. Als der Mann dann auf seine Tochter zuschwamm, konnte sie ihn zunächst mit den Beinen wegstoßen. Beim Verlassen des Beckens kniff der Mann dann seiner Tochter in den Hintern. "Ich möchte nicht, dass dieser Vorfall in irgend­einer Richtung instru­men­ta­li­siert wird", sagte der Vater. Er werde seine Tochter aber nicht mehr alleine in's Bad lassen. Seine Tochter habe Angst, wolle auch nicht mehr in's Bad gehen. "Was mir wichtig ist, dass man sensi­bi­li­siert ist". Der Vater betonte, dass alle vier Mädchen den gleichen Täter den Polizisten zeigten. Auch die Mutter eines Mädchens schil­derte den Vorfall am Samstag. Ihre Tochter sei in der Engstelle, die zum Außen­be­cken führt, von dem Tatver­däch­tigen am Oberschenkel berührt worden. Die Mädchen hätten den selben Mann als Tatver­däch­tigen identif­ziert. Konkre­ti­sie­rung zu Polizei­be­richtIm Polizeibericht von Sonntagmorgen, war davon die Rede, dass die vier Mädchen den mutmaßlichen Täter den herbeigerufenen Polizeibeamten zeigen konnten, die ihn dann letztlich festnahmen und die Identität von zwei weiteren Männern feststellten. Die Informationen der Staatsanwaltschaft widersprechen dieser Darstellung im Detail. "Vielleicht waren es mehrere Männer", sagte Oberstaatsanwalt Lorenz Haase. Für den konkreten Fall, in dem einem Mädchen an die Brust gefasst wurde, käme der 19-Jährige jedenfalls nicht in Betracht. Möglicherweise aber für andere Vorfälle. Alles weitere müssten nun die Ermittlungen ergeben. Lames: Kein Hausverbot für Flücht­linge in BädernDresdens Sport­bür­ger­meister Peter Lames schloss ein generelles Hausverbot für männliche Flücht­linge in den Dresdner Bädern aus. "Wir können Menschen nicht unter General­ver­dacht stellen", sagte Lames. Der Vorfall werde nochmals ausge­wertet, die Mitar­beiter im Arnhold-Bad hätten im konkreten Fall korrekt gehan­delt. Die Mädchen hatten den Bademeister alarmiert. Dieser hätte die Tatver­däch­tigen angespro­chen und die Polizei alarmiert. "Genauso wie man nach wie vor in Parks oder Läden gehen kann, kann man auch weiterhin in unsere Schwimm­bäder gehen, wir sorgen für die Sicher­heit", sagte Lames.

Audio:

Vater eines betrof­fenen Mädchens hören.