Spezial-LKW rammt Straßenbahn in Dresden
Ein LKW ist am Donnerstagvormittag am Moritzburger Weg frontal mit einer Straßenbahn zusammengestoßen. Nach ersten Informationen der Polizei wurden drei Menschen verletzt. Der LKW kollidierte frontal mit der Bahn. Der LKW-Fahrer, der Straßenbahnfahrer und ein Fahrgast zogen sich Verletzungen zu, teilte die Polizei mit. Der Straßenbahnfahrer wurde mit schweren Verletztungen ins Krankenhaus gebracht, die anderen beiden wurden leicht verletzt.In dem Gleisbereich bei Infineon laufen bis Freitag Baumpflege- und Wartungsarbeiten, bei dem LKW handelte es sich um einen speziellen LKW mit Sauger, der für Bauarbeiten auch auf Gleisen fahren kann. Warum der LKW gegen die Straßenbahn gerollt ist, ist noch unklar. Ein Gutachter ist angefordert worden, um die genaue Unfallursache zu klären, teilte eine Polizeisprecherin mit.DVB vermuten technischen Defekt an BremsenDVB-Sprecher Falk Lösch teilte auf unsere Anfrage mit, vermutlich gab es einen technischen Defekt am LKW, der Fahrer konnte nicht mehr bremsen. Der LKW war bei Infineon für Wartungsarbeiten am Gleis im Einsatz, die Arbeiten waren quasi abgeschlossen. Der LKW wollte den Gleisbereich verlassen, das Fahrzeug ließ sich allerdings nicht mehr stoppen und rollte dann ca. 150 - 200 Meter auf den Gleisen stadteinwärts und kollidierte dann mit der Straßenbahn am Moritzburger Weg.Bei dem beteiligten LKW handelt es sich um ein spezielles „Zwei-Wege-Fahrzeug“, das sowohl auf Schienen als auch auf der Straße fahren kann. Der Fahrer einer Straßen- und Gleisbaufirma hatte im Auftrag der Dresdner Verkehrsbetriebe rund 200 Meter oberhalb der Unfallstelle Reinigungsarbeiten am Gleisbereich durchgeführt. Aus bisher noch ungeklärter Ursache rollte der LKW dann bergab und kollidierte mit der stehenden Straßenbahn.Die Linie 8 fuhr verkürzt bis zur Hellersiedlung, am späten Nachmittag konnte der Straßenbahnverkehr wieder rollen, die Fahrzeuge wurden abgeschleppt.Über eine Million Euro SchadenDie Straßenbahn vom neuesten Typ NGT D8 DD ist 30 Meter lang und wiegt rund 39 Tonnen. Beschädigt wurde der komplette erste Wagenteil. Ersten Schätzungen zufolge übersteigt der Schaden die Millionen-Euro-Grenze. Dazu kommt der Sachschaden am beteiligten LKW und am Gleis.