• Für viele treue Sparkassenkunden ist mit der Kündigung ein Weltbild zusammengebrochen, sagt Andreas Eichhorst (c) Verbraucherzentrale Sachsen

Sparkasse Zwickau und Erzgebirgssparkasse erhalten "Prellbock"

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Zwickau -

Die Verbraucherzentrale Sachsen hat die Sparkasse Zwickau und die Erzgebirgssparkasse mit dem Negativpreis "Prellbock 2017" bedacht. Beide Sparkassen hätten in diesem Jahr lukrative Prämiensparverträge gekündigt und ihre Kunden damit sehr enttäuscht, begründete die Jury ihre Entscheidung.

Hunderte Kunden hatten die beiden Kreditinstitute für den Prellbock vorgeschlagen. Seit den Kündigungen stiegen die Beratungen dazu deutlich an, sagte uns die Zwickauer Verbraucherschützerin Sigrid Wojta. "Wir mussten extra Infoveranstaltungen und Sonderhotlines anbieten, um alle Betroffenen beraten zu können.

VZS-Vorstand Andreas Eichhorst forderte die Zwickauer Sparkasse und die Erzgebirgssparkasse auf, den Kunden zumindest ein vergleichbares Produkt anzubieten. Das hätten die Sparkassen in Leipzig, Meißen und Muldental auch getan. Bei vielen anderen stünden Kündigungen überhaupt nicht zur Debatte, so Eichhorst.

Ein Sprecher der Erzgebirgssparkasse zeigte sich am Donnerstag überrascht über den Negativpreis. "Wir standen in engem Dialog mit der

Verbraucherzentrale", sagte er. Die Bank habe die Kunden sehr wohl zu

Alternativen beraten. Die Vorschläge der Verbraucherzentrale hingegen

seien nicht umsetzbar gewesen. Deshalb werde die Erzgebirgssparkasse

den Preis nicht annehmen. Die Sparkasse in Zwickau äußerte sich

zunächst nicht zu der zweifelhaften Auszeichnung.

Im Januar will die Verbraucherzentrale gerichtlich dagegen vorgehen. Dafür wurden zehn Musterklagen vorbereitet.