Sonderkommission zieht nach Dynamo-Randale Bilanz
Nach zwei Jahren intensiver Ermittlungsarbeit stellt die Sonderkommission „Hauptallee“ der Dresdner Polizei Ende Mai ihre Arbeit ein. 331 Gewalttäter wurden bis heute identifiziert. Zu diesem Zweck führte die Polizei mehrere Öffentlichkeitsfahndungen durch und veröffentlichte insgesamt 100 Bilder von Gewalttätern.
50 von ihnen haben sich in der Folge selber gestellt, 30 weitere konnten durch Ermittlungen identifiziert werden. Die Ermittler werteten unter anderem 82 Stunden Videomaterial und 49 Gigabyte Daten aus.
Die Dresdner Polizei hatte die Soko im Mai 2021 nach den schweren Ausschreitungen beim Dynamo-Aufstiegsspiel ins Leben gerufen. Hunderte gewaltbereite Fans hatten damals Polizisten mit Pyrotechnik angegriffen.
Polizeipräsident Lutz Rodig bilanzierte heute: „Die schwersten Fußballausschreitungen der vergangenen Jahre in Dresden sind weitgehend aufgeklärt. Jetzt gilt es den Blick nach vorn zu richten. Die Zusammenarbeit und die Kommunikation mit der SG Dynamo Dresden hat sich in den vergangenen Monaten spürbar verbessert. Darüber freue ich mich sehr. Wenn es gemeinsam gelingt, den eingeleiteten Prozess zu verstetigen, wird sich ein Tag wie der 16. Mai 2021 nicht wiederholen.“
Nach einem Heimspiel des damaligen Drittligisten Dynamo Dresden gegen Türkgücü München hatten sich am 16. Mai 2021 im Großen Garten Tausende Menschen versammelt, um den Aufstieg in die 2. Bundesliga zu feiern. Im Stadion war wegen der Corona-Pandemie kein Publikum erlaubt. Hunderte gewaltbereite Fans griffen Polizisten mit Pyrotechnik an, zudem flogen Flaschen und Steine. 185 Beamte wurden verletzt, 30 waren zeitweise dienstunfähig und sechs im Krankenhaus.
