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Dresdner Polizei drängt Gewalt durch Jugendbanden zurück

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Die Überfälle von Jugendlichen auf Gleichaltrige in Dresden sind deutlich zurückgegangen. Diese positive Bilanz geht laut Polizei vor allem auf die Arbeit der Sonderkommission zurück, die sich seit einem Jahr mit dem Phänomen beschäftigt.

Von 193 Tatverdächtigen sind 18 in Haft und zehn weitere in der Jugendhilfe untergebracht. Die Zahl der Straftaten sank von 53 Delikten im ersten Quartal 2023 auf 15 im letzten Quartal. Der Großteil der Täter sind Deutsche, gefolgt von Syrern, Russen und Afghanen.

Seit ihrer Gründung hat die Sonderkommission in 346 Strafverfahren ermittelt. Die Aufklärungsquote beträgt 81 Prozent. Die meisten Taten ereignen sich in den späten Nachmittagsstunden sowie in den Abendstunden. Örtliche Schwerpunkte sind nach wie vor nicht festzustellen.

„Hatten wir im Januar mit 31 Fällen de facto täglich mit diesem Phänomen zu tun, waren es im Dezember nur noch zwei“, sagte uns Polizeipräsident Lutz Rodig. „Deshalb sehe ich mich in meiner Entscheidung bestätigt, dass wir mit der Einrichtung einer Sonderkommission am schnellsten zum Erfolg kommen.“

Die Ermittlungen haben ergeben, dass die jugendlichen Täter nicht in festen Gruppen oder Strukturen handeln. „Ihr Motiv liegt zuallererst in dem Demonstrieren von Macht über ihre Opfer sowie dem Gewinnen von Anerkennung innerhalb der Gruppe. Das Raubgut spielt eher eine untergeordnete Rolle“, so Rodig weiter.

Um dem Phänomen nachhaltig entgegenzuwirken, setzt die Dresdner Polizei nicht allein auf Repression. Vielmehr verfolgt sie ein ganzheitliches Konzept, welches sowohl Präventionsangebote als auch eine Vernetzung mit anderen Behörden und Institutionen umfasst. Beispielhaft führten die Ermittler der Sonderkommission ein Dutzend Veranstaltungen in Dresdner Schulen durch, bei denen sie Lehrer und Eltern über das Thema aufklärten und sensibilisierten.

„Trotz sinkender Fallzahlen werden wir das Deliktfeld nicht aus dem Fokus verlieren. Es ist noch zu früh, um schon von einer Verstetigung der zuletzt positiven Entwicklung sprechen zu können. Die Sonderkommission Iuventus wird daher zumindest bis in den Sommer hinein bestehen bleiben. Abhängig von der Entwicklung im ersten Halbjahr wird dann über ihre zukünftige Struktur und Stärke entschieden“, erklärt Rodig abschließend.

Audio:

Polizeipräsident Lutz Rodig