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Rückschlag beim Abriss der Carolabrücke

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Die Stadt Dresden muss ihre Pläne ändern. Unter dem Brückenteil, das in der Elbe liegt, haben sich Auswaschungen gebildet. Damit ist das Brückenteil nicht mehr stabil genug, um von den Baggern befahren zu werden.

Auch wird angenommen, dass das Brückenteil beim Absturz beschädigt wurde und damit nicht mehr stabil genug ist. Geplant war ursprünglich, dass die Baufahrzeuge auf das Teil fahren und es dann Stück für Stück abtragen.

Doch das funktioniert jetzt nicht mehr. Für den weiteren Abbruch der Carolabrücke muss jetzt eine extra Baustraße in der Elbe aufgeschüttet werden. Darüber soll bis Weihnachten das Brückenteil in der Elbe abgetragen werden, teilte die Stadt mit. Aktuell wird die Ufermauer an Altstädter Seite für die weiteren Arbeiten abgebrochen.

Der neue Ansatz für den Abbruch sieht nun vor, neben dem Brückenzug C flussabwärts einen Damm als Baustraße aus großen Steinen aufzuschütten. Die Ufermauern werden dafür abgebrochen, um von dort aus eine Baustraße neben dem heruntergefallenen Teil zu errichten. Schüttmaterial dafür wird nächste Woche angeliefert. Auf der Baustraße kann dann ein Bagger eingesetzt werden. Dafür muss immer erst ein drei bis vier Meter langes Stück des Kragarmes der Brücke abgebrochen werden. Dann kann in diesem Abschnitt der Damm aufgeschüttet werden. 

Dies wird schrittweise und immer abwechselnd ausgeführt. Ist der Damm fertig, wird rückwärts „vor Kopf“, also von der Neustädter Seite aus in Richtung Altstädter Seite der Zug C abgebrochen. Auch hier werden abwechselnd immer etwa fünf Meter des Zuges C abgebrochen und der Damm zurückgebaut.
Die zwei schrägen Teile des Zuges C werden danach von der Neustädter Seite aus in Angriff genommen. Auch dafür ist eine extra Baustraße nötig. Diese Arbeiten werden erst im Januar 2025 beginnen können, weil die SachsenEnergie den Bereich weiter für die Verlegung der neuen Fernwärmeleitungen benötigt.

Das Gutachten von Brückenexperte Steffen Marx muss auch abschließend klären, wie es mit den anderen beiden Brückenzügen weitergeht. Laut Baubürgermeister Stephan Kühn gehe man zu 95 % davon aus, dass der mittlere Brückenzug abgerissen werden muss. Bis Anfang Dezember soll geklärt sein, was mit dem Brückenzug A passiert - Abriss oder übergangsweise Nutzung für den Verkehr. 

Zu den Ergebnissen wird es eine öffentliche Sondersitzung des Bauausschusses der Stadt geben.

Audio:

Baubürgermeister Stephan Kühn zur den weiteren Arbeiten
Baubürgermeister Stephan Kühn zum Brückenzug B

Wie sieht die Perspektive für die Filmnächte aus?

Die Dresdner Filmnächte haben Ihren Veranstaltungsort direkt am Neustädter Brückenufer. Die Planungen laufen für die Saison 2025. Der verspätete Baubeginn auf der Neustädter Seite hat auch Einfluss darauf. Der Bereich unter der Carolabrücke war bisher immer zur Entfluchtung des Geländes nötig. Das Straßen- und Tiefbauamt ist mit der PAN GmbH im Gespräch. Alternativen werden vom Veranstalter geprüft. 

Wie geht es mit dem Schiffsverkehr auf der Elbe weiter?

Bevor die Bundeswasserstraße Elbe wenigsten temporär wieder genutzt werden kann, muss die Fahrrinne mit einer einheitlichen Wassertiefe wiederhergestellt werden. Durch den Brückenzug als Abflusshindernis haben sich Anlandungen angetragen. Das Straßen- und Tiefbauamt steht in ständigem Kontakt mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt und informiert über die aktuelle Lage.