SLUB eröffnet virtuelle Ausstellung zu NS Raubgutforschung

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Am Mittwoch, den 14. April eröffnet in der SLUB eine neue virtuelle Ausstellung. „Mind the Gap“ zeigt, wie Mitarbeiterinnen der SLUB die Spuren geraubter Bücher zurückverfolgen. Es geht vor allem um die Raubgutforschung zur NS Zeit. Anhand von drei Beispielen erzählt die Ausstellung, wie man den Weg eines Buches rekonstruieren kann und es im besten Fall seiner ursprünglichen Besitzerfamilie zurückgeben kann.  Um dieses Ziel zu erreichen, sind teil langwierige Nachforschungen und das Überwinden von vielen Lücken in der Herkunftsgeschichte erforderlich.

Zum Beispiel bei einem Buch aus dem Besitz der jüdischen  Schriftstellerin Ilse Weber.  Als weitere Beispiele berichtet die Ausstellung von Büchern aus der 1933 von den Nazis aufgelösten Arbeiterbibliothek Rathenow und des Württembergischen Freidenker- und Monistenbundes, der zerschlagen und dessen Bücher verteilt wurden.

Fast 1200 Besitzerspuren sind die Mitarbeiterinnen seit 2017 nachgegangen, Exlibris-Stempeln, Namen, Nummern. Sie fanden 486 eindeutige Hinweise auf Verfolgung der Besitzer aus rassistischen, religiösen oder politischen Gründen. Das Problem, so Jana Kocourek: Nachforschungen dieser Art werden nur als Projekte über zwei oder drei Jahre finanziert. Dabei gebe es noch viele offene Fälle. Dringend nötig wäre daher stetige Forschung.  

Eröffnung am Mittwoch, 17 Uhr, mit digitaler Führung; Internetseite: www.slub-dresden.de; Ausstellung dann unter https://ausstellungen.deutsche-digitale-bibliothek.de/mind-the-gap

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