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Simmel soll Dresdner Fernbus-Terminal bauen

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Seit Jahren wartet Dresden darauf, dass das geplante Fernbusterminal am Hauptbahnhof endlich gebaut wird. Nun kommt Bewegung in die Sache: Weil der bisherige Investor S&G Development GmbH das Projekt nicht finanzieren kann, soll es an Peter Simmel veräußert werden. 

Der Unternehmer betreibt den benachbarten Lebensmittelmarkt am Wiener Platz und hat ebenso wie die Stadt großes Interesse daran, dass der Busbahnhof gebaut wird. Nach Angaben aus dem Rathaus laufen dazu finale Gespräche. Baurecht besteht bereits. 

Peter Simmel krempelt die Ärmel hoch 

„Das Fernbusterminal mit Fahrradparkhaus ist ein anspruchsvolles und für Dresden gleichzeitig ungemein wichtiges Projekt“ erklärt Peter Simmel, Chef der Simmel Holding GmbH & Co. KG. „Da mir Dresden sehr am Herzen liegt, engagiere ich mich für das Projekt. Wir wollen es zügig in die Umsetzung bringen.“

Auch Baubürgermeister Stephan Kühn freut sich über die Nachricht: „Dresden hat ein großes Interesse daran, dass der lange geplante Fernbusbahnhof, der das unzulängliche Provisorium südlich des Hauptbahnhofs ablöst, endlich gebaut wird. Städtebaulich ist das Vorhaben ein wichtiger Beitrag, das Umfeld des Hauptbahnhofs und Wiener Platzes aufzuwerten und baulich zu fassen. Der Bedarf für ein Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof ist offenkundig.

Stadt kommt Investor entgegen und erhöht Zuschuss 

Vor dem Hintergrund von Baukostensteigerungen seit Planungsbeginn im Jahr 2020, die sich nicht nur auf das Gesamtvorhaben auswirken, sondern auch auf das geplante Fahrradparkhaus im Gebäude, plant nun die Landeshauptstadt Dresden, den Zuschuss für das Fahrradparkhaus von den bereits beschlossenen 1,5 Millionen Euro auf 2,5 Millionen Euro zu erhöhen. 

Die Stadt möchte diesen Schritt gehen, um sicherzustellen, dass das Vorhaben trotz schwierigem baukonjunkturellem Umfeld zeitnah umgesetzt werden kann und damit - wie in den geschlossenen Verträgen vorgegeben - das Fahrradparkhaus mindestens 20 Jahre lang privat betrieben wird. Der Zuschuss sowie dessen Erhöhung soll aus den Einnahmen der Stellplatzablöse finanziert werden. Eine entsprechende Stadtratsvorlage hat die Verwaltung dafür auf den Weg gebracht.

Pläne für Busbahnhof liegen schon lange in der Schublade 

Der geplante Gebäudekomplex an der Westseite des Wiener Platzes soll aus vier miteinander verbundenen Baukörpern unterschiedlicher Höhe bestehen. Es soll ein über 43 Meter hohes Hochhaus direkt am Platz erhalten, ein überdachtes Fernbusterminal (zehn Steige), ein Fahrradparkhaus (800 Plätze), sowie Räumlichkeiten für Gastronomie und Boardinghouse. Zudem sind Büroflächen und Servicebereiche vorgesehen. Die Investitionskosten belaufen sich auf schätzungsweise 100 Millionen Euro. Den Architekturentwurf lieferte das Architekturbüro Knerer und Lang aus Dresden.