Sieben Jahre Haft wegen Missbrauchs von jungen Mädchen
Ein 29-jähriger Mann aus Brandenburg ist am Landgericht Dresden wegen Vergewaltigung und Nötigung von zwei jungen Mädchen zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden. Zudem muss der Mann den Schülerinnen jeweils 7.500 Euro Schmerzensgeld zahlen.Manuel K. hatte zwei 14-jährige Schülerinnen über das Internet kennengelernt. Laut Anklage hatte der 29-Jährige über Instagram und WhatsApp mit den Mädchen Kontakt aufgenommen. Sein erstes Opfer traf er im Juni 2016 in Sachsen-Anhalt und missbrauchte die Schülerin im Auto.Nur wenige Wochen später schlug der Täter in Radebeul zu. Er hatte eine ebenfalls 14-Jährige mit freizügigen Fotos erpresst und sie so zu dem Treffen gezwungen. Die Fotos hatte ihm die Schülerin zuvor geschickt. Anschließend drohte er damit, die Fotos zu veröffentlichen. Laut Anklage missbrauchte er die Mädchen schwer, er fuhr demnach mit ihnen jeweils auf ein abgelegenes Feld.Der Mann hatte die Taten vor Gericht zwar eingeräumt, aber von Einvernehmlichkeit gesprochen. Das Gericht hatte erhebliche Zweifel, ob er mit dem Geständnis wirklich Reue gezeigt habe. Er wollte mit seinen Angaben den Mädchen eine Mitverantwortung auflasten, so der Richter. Strafverschärfend wurde vom Gericht gewertet, dass die Mädchen so jung waren. Zudem hatte er sie mit einem Hundehalsband gefesselt, ein Mädchen hatte er eineinhalb Stunden festgehalten. Außerdem habe er seinen Opfern gegenüber keine Empathie gezeigt, hieß es am Landgericht.Cyber-GroomingDas Vorgehen des Täters wird als "Grooming" bezeichnet. Dabei nehmen Täter unter vorspielen falscher Tatsachen zu ihrer Identität Kontakt zu ihren Opfern auf, um dann an Fotos zu gelangen. Damit erpressen sie ihre Fotos oder gehen sogar noch weiter. Das englische Wort Grooming (zurechtmachen, vorbereiten) bezieht sich darauf, dass den Opfern zunächst geschmeichelt wird oder Geschenke gemacht werden, um ihr Vertrauen zu erlangen.Der 29-jährige saß seit August 2016, kurz nach der zweiten Tat in Radebeul, in Untersuchungshaft in der JVA am Hammerweg. Seit Anfang Februar wurde ihm am Dresdner Landgericht der Prozess gemacht. Er muss nun die siebenjährige Haftstrafe absitzen.