Sensationsfund in der Porzellansammlung
In der Porzellansammlung ist eine Sensation entdeckt worden. Eineäußerst seltene chinesische Ru-Schale. Die Schale stammt nicht, wie bisher angenommen, aus Korea, sondern aus der chinesischen Song-Dynastie. Die ist damit über 1000 Jahre alt. Die Versteigerung einer vergleichbaren Schale hatte vor vier Jahren bei Sotheby’s 37,7 Millionen Dollar erbracht.
Bei dem Objekt handelt es sich um eine flache Schale mit einem Durchmesser von 13 Zentimetern, welche wahrscheinlich zum Waschen von Pinseln hergestellt wurde. Sie hat einen geraden Rand und steht auf einem schmalen, nach außen gebogenen Fuß. Die Schale hat eine zurückgenommene blaugrüne Glasur mit dem für Ru-Keramiken typischen Krakelee, ein Muster, welches an gesplittertes Eis erinnert. Ursprünglich war das Schälchen Teil der Sammlung des Arztes Oscar Rücker-Embden, welche dieser während eines China-Aufenthaltes von 1913 bis 1914 erworben hatte. 1927 wurde es von Ernst Albert Zimmermann, dem damaligen Direktor der Porzellansammlung, angekauft und gelangte in die Dresdner Sammlung chinesischer und koreanischer Keramiken.
Ru-Keramiken stammen aus der Zeit der Nördlichen Song-Dynastie in China (960-1127) und wurden nur während einer sehr kurzen Zeitspanne von ungefähr 20 Jahren hergestellt. Heute sind weltweit nur noch wenige Stücke erhalten. Somit handelt es sich bei dem Objekt in der Porzellansammlung der SKD um das 88. zum jetzigen Zeitpunkt bekannte Ru-Stück.