Semperoper prüft Missbrauchsverdacht beim Ballett
Die Semperoper Dresden geht einem möglichen Fall von sexuellem Missbrauch in den Reihen des Balletts nach. „Derzeit prüfen wir intensiv den zugrundeliegenden Sachverhalt und befinden uns mit den betroffenen Mitarbeitern hierzu im regen Gespräch“, teilte das Opernhaus am Mittwoch auf Anfrage mit. "Die Zeit des Schweigens ist vorbei" - Ballettdirektor Watkin nimmt Stellung zur #MeToo-Debatte Sobald die Prüfung abgeschlossen sei, werde man Stellung dazu nehmen. Der Verdachtsfall war über Online-Kulturportal „Musik in Dresden“„ publik geworden. Dort hatte Ballettdirektor Aaron S. Watkin in einem Interview gesagt: “Bisher sind mir in den zwölf Jahren meiner Direktion keine Vorfälle in unserem Haus bekannt geworden. Allerdings gibt es gerade in jüngster Zeit Hinweise auf einen möglichen Fall.„ Der Vorwurf werde vom Ballett und der Hausleitung sehr ernst genommen.
Dresdner Staatsanwaltschaft lässt Vorwürfe an Semperoper nun prüfen
Wie der Sprecher der Dresdner Staatsanwaltschaft, Lorenz Haase, auf unsere Anfrage sagte, sei ihm bislang keine Anzeige aus der Semperoper bekannt. Man nehme die Berichte zum Anlass, dies nun zu überprüfen. Die Polizei werde der Sache nachgehen. Ob möglicherweise andernorts Anzeige erstattet wurde, sei derzeit nicht bekannt. Den Dresdner Ermittlern liege derzeit aber nichts vor.
Sexuelle Nötigung im Festspielhaus Hellerau
Wie Haase außerdem sagte, habe es bereits im Jahr 2016 einen Fall der sexuellen Nötigung im Festspielhaus Hellerau gegeben. Demnach habe ein temporärer Mitarbeiter, ein 30-jähriger Mann aus Pakistan, im März 2016 eine Tänzerin bei einer Aftershowparty auf die Toilette verfolgt und gegen ihren Willen am Körper berührt. Das Dresdner Amtsgericht habe den 30-jährigen im Oktober vergangenen Jahres zu sechs Monate auf Bewährung verurteilt wegen sexueller Nötigung. Allerdings wurde Berufung eingelegt, das Urteil sei nicht rechtskräftig, teilte Haase mit. Der Mann selbst hatte vor Gericht ausgesagt, er habe die Signale der 26-Jährigen falsch gedeutet. Die Tänzerin hatte damals laut geschrieen. (red mit dpa)