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Seit zwölf Jahren geplant: SPD mahnt neuen Halt an

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Achtzehn Haltestellen hat Dresden schon in seinem S-Bahn-Netz, eine neunzehnte soll bald dazu kommen - wenn es nach der SPD geht.

Die Fraktion im Rathaus mahnt die Umsetzung eines seit 2014  im Verkehrsentwicklungsplan der Stadt verankerten Haltepunkts am Strehlener bzw. Richard-Strauß-Platz an. Der tauchte bereits in den Neunziger Jahren immer mal wieder in der Stadtplanung auf - doch passiert ist bis heute nicht viel.

Zoo, Dynamo-Stadion

Es gab Studien und Potenzialanalysen, die an dem Platz rund 4000 zukünftige Fahrgäste in Aussicht stellen. Stadträtin Dana Frohwieser: „Es gibt bereits viel Wohnungsbau hier in der Umgebung. Hier ist auch gleich in wenigen hundert Metern der Zoo um die Ecke, das Dynamo Stadion ist nicht weit. Wenn hier Spiel ist, ist immer sehr viel Personenverkehr zu transportieren. Wir haben hier mehrere Schulgebäude in  unmittelbarer Nähe, aber auch Universitätsgebäude. Es gibt tatsächlich sehr sehr viel Potenzial, Menschen in einem attraktiven Umfeld auch vielleicht auf den ÖPNV umzulenken statt mit dem Auto reinzufahren.“

Bei den S-Bahnen hat sich mittlerweile die Antriebstechnik so weiter entwickelt, dass ein zusätzlicher Stopp keine Verzögerung im Fahrplan mehr bedeute, sondern von leistungsstärkeren Loks kompensiert werden könne, so eine Antwort von OB Dirk Hilbert auf eine Ratsanfrage der SPD. 

Möglich, aber teuer

Die Stadtverwaltung kommt zu dem Schluss: „Der Haltepunkt ist technisch machbar“, bedingt aber mehrere bauliche Veränderungen an der bestehenden Strecke: Zum Beispiel eine Verschwenkung des nördlichen Gleises auf etwa 700 m Länge, damit verbundene Eingriffe in Gärten und Parkplätze sowie eine Absenkung der Straße unter der Eisenbahnbrücke.

SPD-Stadtrat Stefan Engel drängt die Stadt dennoch, ihre Hausaufgaben zu machen: „Die Stadt hat die Aufgabe, das Umfeld zu entwickeln. Wenn wir es nicht fordern, wird es auch nicht kommen. Wir sprechen uns dafür aus, der der lange vorgesehene Haltepunkt auch endlich realisiert wird. Die Stadt muss Druck bei der Deutschen Bahn und dem Verkehrsverbund Oberelbe Druck machen, damit dieses Projekt jetzt umgesetzt wird.“ Mit dem neuen Stopp sei man in zehn Minuten am Bahnhof Neustadt und in 18 Minuten in Klotzsche, so Engel. 

Die Stadt verweist jedoch auch auf „Kosten im hohen zweistelligen Millionenbereich“, die noch nicht finanziert sind. Zudem hätten die geplanten Haltepunkte am Industriegelände, in der Albertstadt und an der Nossener Brücke für Dresden Priorität. 

Audio:

Stefan Engel, verkehrspolitischer Sprecher der SPD, mahnt den Bau an