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Mehr als 300 Unwetter-Einsätze für Dresdner Feuerwehr

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Nach der Hitze am Wochenende sind am Sonntagnachmittag heftige Gewitter über Stadt und Land hinweggezogen. Freital, Rabenau oder Dippoldiswalde wurden zuerst von Blitz und Donner getroffen.

Straßen wurden dort überflutet, Keller liefen voll, teilweise fiel der Strom aus, Starkregen prasselte nieder. Dann zog das Unwetter weiter Richtung Dresden. Am Montagmorgen bilanzierte Feuerwehrsprecher Michael Klahre über 300 wetterbedingte Einsätze.

Die größten Wasseransammlungen haben sich aufgelöst, informierten die Dresdner Verkehrsbetriebe am Montagmorgen. Die 65 und 86 fahren wieder nach Heidenau und die 86 auf dem normalen Fahrweg von und nach Kreischa.

Audio:

Feuerwehrsprecher Michael Klahre mit einem Überblick der Unwetter-Einsätze in Dresden

Dresdner Feuerwehr im Dauereinsatz

Besonders im Dresdner Osten sorgte der starke Regen für Feuerwehreinsätze wegen vollgelaufener Keller, Garagen und überflutete Straßen. Auf der Reisstraße und der Bahnhofstraße in Niedersedlitz waren die Bahnunterführungen vollgelaufen.

Einige Autofahrer versuchten durch das Wasser zu fahren und konnten von Glück reden, daß ihre Autos nicht kaputt gingen.

Das Rathaus auf dem Dr.-Külz-Ring war ebenfalls betroffen. Dort stand das gesamte Kellergeschoss etwa 20 Zentimeter unter Wasser. Auf der Tschirnhausstraße sowie auf der Dohnaer Straße Ecke Steile Straße wurde die Straße teilweise von
Schlamm und Geröll verschüttet. Im Bereich der Lockwitztalstraße  wurden Sandsäcke aufgebaut, um Wasser und Schlamm zurückzuhalten.

Außerdem stand die Bahnunterführung sowie die Fritz-Schreiter-Straße am Haltepunkt Zschachwitz auf einer Länge von etwa 350 Metern etwa 1,5 Meter komplett unter Wasser. Auf dem Bahnsteig befanden sich 13 Personen, welche von dort nicht mehr wegkamen. Die Feuerwehrleute retteten die Personen mittels Schlauchboot vom Bahnsteig.

Zum jetzigen Zeitpunkt kam bei allen Einsätzen bislang eine Person zu Schaden, welche sich an einer Einsatzstelle leicht verletzte.

Kein Höhenfeuerwerk beim Stadtfest

Kurz darauf kam für die Stadt Dresden und den Kreis Meißen eine Unwetterwarnung. Das Programm auf dem Dresdner Stadtfest wurde zunächst unterbrochen, lief dann aber weiter. Am Abend mussten die Organisatoren dennoch eine schwerwiegende Entscheidung treffen: das für 22 Uhr geplante Höhenfeuerwerk wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt. Das Programm ging am Abend trotzdem weiter. Auf der Bühne am Theaterplatz spielten zum großen Finale die Firebirds.

Massive Schäden beim Schlösserland

Zerstörte Wege, überschwemmte Wiesen und umgestürzte Kübelpflanzen: Das Unwetter gestern hat auch beim Schlösserland erhebliche Schäden angerichtet. In Pillnitz wurde das Erdgeschoss im Neuen Palais durch den Dauerregen geflutet. Wege wurden zerstört, an Bäumen brachen Äste ab. Wegen der Schadensbeseitigung bleiben Schlosspark und Museen am Montag geschlossen.

Im Großen Garten Dresden trat der Kaitzbach über die Ufer. Von den Überschwemmungen ist auch die Parkeisenbahn betroffen. Ob sie ab Mittwoch wie geplant wieder fahren kann, ist noch nicht absehbar.

Unwetter auch im Dresdner Umland

Zwischen Dresden und Kreischa war die S 183 im Lockwitzgrund durch Schlamm, Geröll und Baumstämme blockiert. Die Freiwillige Feuerwehr Kreischa beseitigte die Hindernisse mit Radladern und Traktoren.

Überflutungen in Heidenau

Heftigen Starkregen mit Hagel und Gewitter gab es auch über Heidenau. Unmengen von Wasser kamen auf einmal. Das war zu viel für einige Unterführungen.

Am Bahnhof dem tiefsten Punkt lief das Wasser zusammen. Da es nicht abfloss, bildete sich ein großer See. Nichts ging mehr. Auf der Güterbahnhofstraße sprudelte das Wasser kurz vor dem Kreisverkehren aus den Kanaldeckeln.

Auch an anderen Orten und Unterführungen in der Stadt sowie die S172 im Bereich der Kreuzung am Roller stand die Brühe auf der Straße. Ein Teil der Busse, die eigentlich am Nord-Bahnhof abfahren, mussten einen Stopp einlegen.

Entencup fällt ins Wasser

Der Entencup beim Dresdner Stadtfest wurde wegen des Unwetters abgesagt, über einen eventuellen Nachholtermin soll noch entschieden werden.