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Schwarz-Rot in Sachsen will auch nach 2019 weitermachen

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Die CDU/SPD-Koali­tion in Sachsen denkt schon zweiein­halb Jahre vor Ablauf der Wahlpe­riode über eine Fortset­zung des Bündnisses nach. Am deutlichsten drückte das am Dienstag CDU-Frakti­ons­chef Frank Kupfer aus. Er könne sich vorstellen, mit der SPD weiter­zu­re­gieren: „Deswegen sollten wir schon jetzt in dieser Koali­tion darüber nachdenken, wie es in den nächsten zehn Jahren hier in Sachsen weiter­geht.“ Sein SPD-Amtskol­lege Dirk Panter freute sich auf die kommenden zweiein­halb Jahre und „vielleicht auf mehr“.Nach den Worten von Minis­ter­prä­si­dent Stanislaw Tillich (CDU) wolle man sich 2019 „als Koali­tion dem Wähler stellen“. Der habe zu entscheiden, inwie­weit er mit ihrer Arbeit und die des jewei­ligen Koali­ti­ons­part­ners zufrieden ist und werde dementspre­chend einen weiteren Vertrau­ens­vor­schuss geben oder nicht. Martin Dulig (SPD), Vize-Regie­rungs­chef und Wirtschafts­mi­nister im Kabinett, drückte es etwas anders aus, betonte aber gleich­falls die gute Zusam­men­ar­beit mit der Union.Auf Nachfrage räumte Kupfer ein, dass nach augen­blick­li­chen Prognosen „nicht viel anderes übrig bleiben wird“ als Schwarz-Rot. Wenn das Verhältnis bei „40 zu 10“ liege, sei das in Ordnung, witzelte der CDU-Mann. Die Union kam bei der letzten Umfrage im November 2016 auf 34 Prozent der Stimmen, die SPD auf 12 Prozent. Einmütig betonten Tillich und Dulig, dass der Zusam­men­halt in der Gesell­schaft angesichts populis­ti­scher Strömungen eine der großen Aufgaben sei. Es gehe ein Riss durch die Gesell­schaft. Die Gräben gelte es zu überwinden, sagte Dulig.Zuvor hatten die Koali­tio­näre eine Stunde lang eine überaus erfolg­reiche Bilanz ihrer Arbeit gezogen. Zwei Drittel des Koali­ti­ons­ver­trages seien umgesetzt. Nur an einer Stelle wurde Dulig kritisch. „Daran, dass in Sachsen immer noch die niedrigsten Löhne deutsch­land­weit gezahlt werden, kann ich nichts Gutes finden.“ Gute Arbeits­kräfte blieben nur dann in Sachsen, wenn auch hier faire Löhne gezahlt würden - ein Seiten­hieb auf die frühere CDU/FDP-Koali­tion, die Niedrig­löhne als Stand­ort­vor­teil gepriesen hatte.Bei der Opposi­tion fiel die Halbzeit­bi­lanz dagegen kritisch aus. Die Linke sprach von einer „Dauer­krise am Kabinetts­tisch“. „Die von der Koali­tion verspro­chene neue politi­sche Kultur im Landtag ist bisher Fehlan­zeige“, sagte Landtags­frak­ti­ons­chef Rico Gebhardt. Die Grünen fanden die Ergeb­nisse von Schwarz-Rot „ernüchernd“. Zentrale Heraus­for­de­rungen würden nicht angegangen, bemerkte Frakti­ons­chef Volkmar Zschocke. Die außer­par­la­men­ta­ri­sche FDP attes­tierte der Regie­rung eine „gepflegte Anspruchs­lo­sig­keit“.(DPA)