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Schwalben nisten auf DVB-Fähre

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Die Fährmänner der DVB sind am Mittwochmittag vom Naturschutzbund NABU geehrt worden für ihr Engagement für geschützte Vögel. An den Elbfähren und Anlegern nisten sich seit mehreren Jahren immer wieder Schwalben ein, ziehen ihren Nachwuchs groß und genießen den Fahrtwind auf der Elbe.

Ein DVB-Sprecher teilte dazu mit: "Allein an der Pillnitzer Fähre befinden sich sieben Nester, die von den Altvögeln zum Füttern ihrer Jungen beflogen werden. Teilweise findet dort schon die zweite Brut statt. Auch an der Niederpoyritzer Fähre dürfen die Schwalben ihren Nachwuchs großziehen. In unmittelbarer Nähe zum Wasser sind die Bedingungen für den Nestbau und die Brutpflege ideal. Der laufende Fährbetrieb und der Lärm beim Anlegen bringt die Tiere dabei nicht aus der Ruhe. Die Fährleute lassen die Vögel gewähren und sorgen dafür, dass sie ungestört ihren Nachwuchs aufziehen können. Es gab auch schon Nester direkt auf den Fähren. Die Schwalben folgen den Schiffen dann problemlos an die jeweilige Uferseite."

Der NABU macht bei dem Projekt "Schwalben Willkommen" darauf aufmerksam, dass die Bestände zurückgehen, weil mögliche Nistplätze wegfallen. Eine Plakette auf der Pillnitzer Schlossfähre macht ab sofort auf die Schwalbennistplätze aufmerksam.

NABU und DVB teilten mit: "Die einst so häufigen Rauch- und Mehlschwalben, die als Glücksbringer des Menschen gelten, finden sich in Deutschland heute auf der Roten Liste gefährdeter Arten wieder. Grund für den Rückgang der Bestände sind vor allem unbedachte Sanierungen an Gebäuden, die sinkende Zahl von Fluginsekten, die intensive Wiesenmahd und der Einsatz von Pestiziden in Gärten, auf Grünflächen und in der Landwirtschaft. Deshalb hat der NABU Sachsen ein landesweites Projekt zum Schutz von Nistplätzen gestartet. Mit „Schwalben willkommen“ macht der NABU bereits seit 2016 auf die akute Situation der nützlichen Vogelart aufmerksam. "

Neben dem Schwalben-Engagement, haben die DVB an ihren Fahrleitungsmasten an Bautzner Straße und Albertbrücke auch 13 Nistkästen für Blau- und Kohlmeisen installiert. Die Meisen gelten als einzige natürliche Feinde der Miniermotte, die in Europa durch ihre Larven schlimme Schäden an den Blättern der Rosskastanie verursacht und sie schon im Sommer welken lässt. Auch Meisen können pro Jahr zwei Bruten haben. Das haben die Monteure bei der jährlichen Kontrolle des Innenraums anhand gestapelter Nester gut erkennen können. Auch in der 2017 neu gebauten Gleisschleife Infineon Süd wurden neun Nistkästen als Ergänzung der natürlichen Brutstätten angebracht. Dort können beispielsweise Nischenbrüter und Fledermäuse heimisch werden.