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Schulgebäude in Prohlis wird Asylunterkunft

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Die Stadt bringt mit Beginn der Herbst­fe­rien am 9. Oktober bis zu 150 Flücht­linge in einem leerste­henden Schul­ge­bäude in Prohlis unter. Im Haus A an der Boxberger Straße entsteht eine Notun­ter­kunft für Flücht­linge, bestä­tigte am Freitag­nach­mittag die Stadt­ver­wal­tung. Bereits am Mittag hatte die Dresdner CDU die Pläne öffent­lich gemacht und kriti­siert. Denn: Im Neben­ge­bäude sind noch bis Februar 235 Kinder der 89. Grund­schule unter­ge­bracht. Ihre eigent­li­ches Schul­ge­bäude auf der Sosaer Straße wird zurzeit saniert und erwei­tert. Der Schul­be­trieb auf der Boxberger Straße läuft ohne Änderung weiter, teilte die Stadt mit. Der Schulhof wird mit einem Zaun geteilt, so dass Grund­schule und Hort weiter ihren eigenen Schulhof haben. Die Grund­schule und auch die Sport­ver­eine können die Sport­halle und die Sport­frei­an­lagen weiterhin nutzen. Das Schul­ver­wal­tungsamt prüft zurzeit noch, ob die Halte­stelle des Schul­busses verlegt werden kann, damit die Grund­schüler auf kurzem Weg ins Schul­haus gelangen.Die Eltern der Schule wurden am Morgen mit einem Eltern­brief zu der bevor­ste­henden Situa­tion infor­miert. Bürger­meister Peter Lames wird sich am Montag mit Eltern­spre­chern sowie der Hort- und Schul­lei­tung in der Schule zu einem Gespräch treffen.Ob und welche weiteren Gebäude als Unter­kunft für Flücht­linge noch genutzt werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar, heißt es in einer Mittei­lung der Stadt. Das hängt von den weiteren Zuwei­sungs­zahlen an Flücht­lingen ab.Die CDU spricht davon, dass mit der Einrich­tung der Notun­ter­kunft in einem Schul­ge­bäude eine rote Linie überschritten wird. Heike Ahnert, bildungs­po­li­ti­sche Sprecherin der CDU-Fraktion teilte mit:"Für mich wird damit eine rote Linie überschritten. Die gemein­same Nutzung eines Schul­ge­ländes durch Asylbe­werber und (Grund)schüler ist nicht akzep­tabel! Deshalb habe ich mit den Verant­wor­tungs­trä­gern gespro­chen, unter anderem Bürger­meister Dr. Lames und Bürger­meis­terin Dr. Kaufmann. Ich habe eindring­lich darum gebeten, umgehend eine andere Lösung zu finden und auf solche Schul­stand­orte nicht zugreifen. Kinder brauchen Stabi­lität wie auch ein ruhiges und sicheres Lernrum­feld. Der Unter­richt muss störungs­frei gewähr­leistet werden."Die Asylbe­werber würden zudem in einer Baustelle unter­ge­bracht. In diesem Teil des Doppel­schul­stand­ortes werden derzeit die Sanitär­an­lagen saniert um im nächsten Schul­jahr wieder Gymna­si­al­schüler aufzu­nehmen.Sollte der Oberbür­ger­meister die Unter­brin­gung dennoch anordnen, fordere ich gemeinsam mit der Eltern­rats­vor­sit­zenden, Katrin Krüger, ein umfas­sendes Sicher­heits­kon­zept, welches sowohl die Sicher­heit inner- und außer­halb der Notun­ter­künfte garan­tiert als auch die Kinder vor Demons­tranten schützt. Wir alle haben noch die Bilder von Freital und Heidenau vor Augen. Ich möchte mir nicht vorstellen, was passierte, wenn unsere Kinder da mitten­drin gewesen wären."